{"id":93032,"date":"2019-10-07T15:44:14","date_gmt":"2019-10-07T22:44:14","guid":{"rendered":"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/?page_id=93032"},"modified":"2026-03-17T15:52:11","modified_gmt":"2026-03-17T22:52:11","slug":"wie-ich-den-peoples-temple-verlies","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/?page_id=93032","title":{"rendered":"Wie ich den Peoples Temple verlie\u00df"},"content":{"rendered":"<p><em>[Die englische Originalversion dieses Texts finden Sie\u00a0<\/em><em><a href=\"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/?page_id=47419\"><strong>hier<\/strong><\/a><\/em><em>.]<\/em><\/p>\n<p>Den Temple zu verlassen war keine schwere Entscheidung, auch wenn das Wann und Wie eine Herausforderung darstellten. Ich f\u00fchlte mich nicht sicher dabei, das Thema anzusprechen, nicht einmal im engsten Familien- und Freundeskreis. Das Umfeld war so durch und durch paranoid geworden, dass man nicht wusste, wem man trauen konnte. Freunde, die fr\u00fcher engste Vertraute gewesen waren, waren nicht mehr in der Lage, Pl\u00e4ne, die man ihnen anvertraute, f\u00fcr sich zu behalten. Also versteckte ich mein Innenleben immer mehr. Ich stellte fest, dass jeder Kommentar, der nicht au\u00dferordentlich positiv war, als gegen den Temple gerichtet interpretiert wurde. Einige wenige von uns sprachen aus, was sie dachten und waren sich einig dar\u00fcber, was falsch lief, aber das blieb in unserem kleinen Kreis, wir trugen es nicht nach au\u00dfen. Wir waren jung, minderj\u00e4hrig, und die Leute, unter deren Aufsicht wir waren, entschieden \u00fcber unsere Lebensumst\u00e4nde; also lernten wir, uns nicht in die Karten schauen zu lassen.<\/p>\n<p>Ich hatte bei der Familie Bogue gewohnt, und das Leben in deren Zuhause war wundervoll. Das war es wirklich. Erst, als ich dieses Zuhause verlassen musste, wurden die Dinge unertr\u00e4glich. Nachdem Jim Bogue nach Jonestown gegangen war, wollte ich nicht mehr wirklich in Redwood Valley leben, also ging ich zur\u00fcck nach Hause, nach San Francisco. Kaum war ich dort, traf ich mich mit Leuten, die nicht im Temple waren und begann, auf Distanz zu gehen.<\/p>\n<p>Toni James war meine beste Freundin, eine, der ich mich anvertrauen konnte. Ich teilte ihr viele meiner Bedenken mit. Einmal fragte sie mich, warum ich dem Temple gegen\u00fcber so negativ sei; Jim Jones habe gesagt, wenn man sich negative Dinge \u201causmale\u201d, bedeute dies wahrscheinlich, dass man sie anderen w\u00fcnsche. Ich werde das nie vergessen, denn ich wurde w\u00fctend und fragte sie, warum ich denn Menschen, die ich liebte, etwas Schlimmes w\u00fcnschen sollte? Sie und ich sprachen oft \u00fcber die Filme, die aus Jonestown geschickt wurden, und ich sagte immer, dass dort irgendetwas nicht stimmte. Es gefiel mir nicht, wie die Leute aussahen. Sie sahen aus, als h\u00e4tten sie Sonnenbrand, und zwar alle, ob sie nun schwarz waren oder wei\u00df. Meine Freundin Willie Ater Thomas war sehr dunkelh\u00e4utig, und sogar sie wirkte auf mich sonnenverbrannt. Ich erinnere mich, wie ich das zu Toni sagte und sie erwiderte, das sei eben die \u201cDschungel\u201d-Sonne. Ich sagte, mir ist egal, welche Sonne das ist. Willie Ater sah sonnenverbrannt aus, und die einzige Erkl\u00e4rung daf\u00fcr war, dass sie zu lange in der Sonne war.<\/p>\n<p>Ich hatte ein Problem damit, dass alle nur Gutes \u00fcber Jonestown zu berichten wussten. Es fing immer mit dem Essen an, und wie gut es sei. Die Luft war \u201cgut\u201d, der Regen war \u201cmild\u201d, und die Arbeit machte \u201cSpa\u00df\u201d. Wie bitte? Erz\u00e4hlt das eurer Gro\u00dfmutter! Jemand anderem h\u00e4tte ich das vielleicht abgekauft, aber dass es meine Freunde waren, die dieses l\u00e4cherliche Lob der Arbeit sangen, machte mich stutzig. Leute, von denen ich genau wusste, dass ihnen Arbeit noch nie \u201cSpa\u00df\u201d gemacht hatte, logen, dass sich die Balken bogen, und das merkte ich.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Sorgen machte mir, dass ich meine Schwester, Darlene Ramey, niemals in einem der Filme sah, und dass sie mir niemals schrieb. Im Fr\u00fchjahr 1978 hatte sie dort dr\u00fcben ein Kind bekommen, aber sie schrieb weder Mama, um ihr von der Geburt zu erz\u00e4hlen, noch sonst jemandem aus der Familie. Wir hatten keine Ahnung, was los war. Wann immer ich nachfragte, bei irgendjemandem in den Staaten oder in\u00a0 Briefen nach Jonestown, wurde alles, was Darlene betraf,\u00a0ausgespart. Es war, als sei sie verschwunden, und das sagte ich zu Toni. Sie fand ebenfalls, dass die Sache mit Darlene sehr sonderbar war, weil sie wusste, wie eng wir miteinander waren. Selbst Toni fand, dass ihr das \u00fcberhaupt nicht \u00e4hnlich sah.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * * * *<\/p>\n<p>Im Winter 1976 wurde ich im Alter von 17 Jahren schwanger, von einem jungen Mann, der ein ehemaliges Mitglied des Tempels war. Ich sah darin eine Chance, San Francisco zu verlassen und zu meiner Familie nach Los Angeles zu ziehen. Mehrmals wurde mir nahegelegt, nach Jonestown zu gehen, um mein Kind dort auf die Welt zu bringen, und jedes Mal lehnte ich ab. Als das Kind geboren war, zogen Toni und ich gemeinsam in eine Wohnung, die dem Tempel geh\u00f6rte. Ich wohnte dort gleich gegen\u00fcber von Mary Pearl Willis, die sich sofort in mein Baby verliebte. Sie kam immer r\u00fcber, um mit ihm zu spielen, und wenn sie mit ihrer Tochter Brenda irgendwo hin ging, erlaubte ich ihr, es mitzunehmen. Oft sagte sie zu mir, ich d\u00fcrfe nicht nach Jonestown gehen und ihr mein Baby wegnehmen \u2013 weswegen ich schockiert war, als sie sp\u00e4ter selbst nach Jonestown ging. Sie hatte mir nie den Eindruck vermittelt, dass sie dort leben wollte.<\/p>\n<p>Allein zu leben war f\u00fcr uns etwas Neues, und ich nahm Toni auf zahlreiche Ausfl\u00fcge au\u00dferhalb des Tempels mit. Oft schw\u00e4nzten wir Messen, um ins Kino zu gehen oder in ein Restaurant. Wir kauften Kassetten und h\u00f6rten jede Menge Musik. Einer der Berater rief Toni schlie\u00dflich zu sich und sagte ihr, dass ich ein schlechter Einfluss f\u00fcr sie sei und sie aufh\u00f6ren solle, soviel \u201cUmgang\u201d mit mir zu haben. Ernsthaft? Wie soll denn jemand mit seiner Zimmergenossin keinen \u201cUmgang\u201d haben?<\/p>\n<p>Toni und ich hatten unsere P\u00e4sse bekommen, und es wurde uns mitgeteilt, dass wir im August 1978 nach Jonestown sollten. Unsere Koffer und Sees\u00e4cke waren gepackt, wir waren bereit f\u00fcr die Abreise. Ich wei\u00df nicht mehr, wie wir darauf kamen, aber wir fingen an zu besprechen, was passieren w\u00fcrde, falls wir nicht gleichzeitig reisten. Ich hatte einfach so ein Bauchgef\u00fchl, dass irgendetwas unsere Wege trennen w\u00fcrde. Falls das passierte, sagte ich zu Toni, sollte jene von uns, die zuerst hinfuhr, die andere warnen, falls dort etwas nicht in Ordnung war. Wir wussten, dass die Post wahrscheinlich zensiert wurde, also einigten wir uns darauf, einen geheimen Satz zu verwenden. Diesen Satz w\u00fcrden wir genau in die Mitte des Blattes schreiben, und er w\u00fcrde lauten: \u201cIch wei\u00df, ich h\u00e4tte lieber heiraten sollen, bevor ich hierher kam.\u201d Es war ein Scherz zwischen einigen von uns j\u00fcngeren Leuten, dass, wer einen Partner wollte, ihn besser selbst mitbrachte, denn kaum waren sie in Jonestown, waren offenbar alle unsere Freude verheiratet. Wir versprachen einander, die jeweils andere nicht in eine gef\u00e4hrliche Umgebung nachkommen zu lassen.<\/p>\n<p>Genau, wie ich es mir gedacht hatte, klopfte es etwa einen Monat sp\u00e4ter, als wir um circa f\u00fcnf Uhr fr\u00fch noch im Bett lagen, an unsere T\u00fcr. Toni stand auf und \u00f6ffnete, und da standen zwei Berater und Jim McElvane. Sie sagten, Toni solle nach drau\u00dfen kommen, um mit ihnen zu sprechen, und als sie zur\u00fcckkam, wirkte sie traurig. Sie sagte, sie w\u00fcrde heute nach Jonestown aufbrechen. Ich war eher w\u00fctend als\u00a0 \u00fcberrascht. Ich fand es v\u00f6llig unangemessen, jemanden am Tag der Abreise zu wecken und ihn damit zu \u00fcberrumpeln. Man hatte Toni gesagt, dass sie niemandem davon erz\u00e4hlen d\u00fcrfe, aber nat\u00fcrlich erz\u00e4hlte sie es mir. Ihre kleine Schwester war gerade bei uns, sie war gekommen, um das Wochenende mit uns zu verbringen, also weckte ich sie und sagte ihr, dass Toni fortging und es keinem erz\u00e4hlen w\u00fcrde. Ich erinnere mich, wie ich Toni zu \u00fcberreden versuchte, ihre Gro\u00dfmutter anzurufen, bei der sie aufgewachsen war. Mir ist klar, dass ich ihr damit Schuldgef\u00fchle machte, aber ich war w\u00fctend. Schlie\u00dflich rief Tonis Schwester die Gro\u00dfmutter an, und dann war die H\u00f6lle los. Tonis Familie rief bei den Tempelberatern an, um ihnen kr\u00e4ftig die Meinung zu geigen. Die Berater kamen zur\u00fcck, schimpften mit Toni wegen der Anrufe, sagten, dass dieses ganze Chaos jetzt ihre Schuld sei, und dass all das nicht passiert w\u00e4re, wenn sie auf sie geh\u00f6rt h\u00e4tte. Ich erinnere mich, dass ich fragte, warum ihre Familie denn kein Recht habe, davon zu erfahren, bekam jedoch keine Antwort.<\/p>\n<p>Tonis Gro\u00dfmutter fuhr sie am Telefon schroff an und legte dann auf. Ich sehe immer noch Tonis Gesichtsausdruck vor mir, w\u00e4hrend sie den H\u00f6rer auf die Gabel zur\u00fccklegte: traurig, ver\u00e4ngstigt, gebrochen. Nach ungef\u00e4hr drei\u00dfig Minuten rief ihre Gro\u00dfmutter erneut an und entschuldigte sich. Sie sagte, dass sie verletzt sei, das Gesagte aber zur\u00fccknehmen wolle, weil sie nicht wollte, dass die letzten Worte von ihr, an die Toni sich erinnern werde, schroff waren. Toni sagte: \u201cIch werde dich wiedersehen, Gro\u00dfmutter\u201d, und erhielt zur Antwort, \u201cJa, das wirst du, aber nicht in diesem Leben. Wenn du nach Jonestown gehst, werde ich dich nicht lebend wiedersehen.\u201d Toni weinte und sagte, doch, das w\u00fcrde sie, aber ihre Gro\u00dfmutter nahm nicht zur\u00fcck, was sie gesagt hatte. Sie sagte ihr, sie solle vorbeikommen und sich etwas Geld holen f\u00fcr Dinge, die sie brauchte, aber Toni sagte, sie habe niemanden, der sie fahren konnte. Ich br\u00fcllte, dass ich ihr eine Fahrgelegenheit besorgen w\u00fcrde, aber das lehnte sie ab.<\/p>\n<p>Ich kann mich nicht erinnern, jemals so heftig geweint zu haben wie an dem Tag, als Toni fortging. Die Berater sagten, ich solle nicht traurig sein, ich w\u00fcrde sie ja in zwei Wochen wiedersehen, aber ich hatte das Gef\u00fchl, mich wirklich von ihr zu verabschieden. Die folgenden zwei Wochen waren hart, meine Freundin fehlte mir. Toni kam im Juni 1978 in Guyana an. Ihre ersten Briefe waren genau wie die aller anderen, sie bestand jedoch darauf, dass, was sie erz\u00e4hlte, wirklich wahr war. Sie schrieb sogar \u00fcber Dinge, die ihr nicht gefielen. Weil sie noch in Georgetown war, blieb ich skeptisch; ich wartete darauf zu erfahren, wie es in Jonestown sein w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Am Tag vor meiner geplanten Abreise ging ich zu meiner Familie, um dort zu \u00fcbernachten. Sie alle sagten, ich sollte nicht gehen, und den ganzen Abend \u00fcber versteckte ich meine\u00a0 b\u00f6sen Vorahnungen. Ich ging zu Bett und wachte auf von etwas, das ich f\u00fcr einen Traum hielt. In diesem Traum war ich in Jonestown, aber mein Baby war zuhause bei meiner Familie in den Staaten. Ich erinnere mich, dass ich meine Schwester sah und Toni, und daran, wie gl\u00fccklich ich war, sie wiederzusehen. Sie fragten, ob ich mitkommen wolle zum Volleyball spielen mit unseren Freunden, und ich sagte ja. Wir lachten und spielten, wie wir es immer getan hatten, den ganzen Nachmittag lang, und als es allm\u00e4hlich Abend wurde, ert\u00f6nte pl\u00f6tzlich ein langer und lauter Sirenenton. Toni, Darlene und alle unsere Freunde erstarrten, wandten sich nach links und gingen weg. Ich winkte ihnen zum Abschied zu und ging nach rechts weg. Aus dem Nichts tauchten pl\u00f6tzlich gesichtslose Wachposten auf und richteten eine Waffe auf mich. Einer fragte mich, wo ich hin wollte, und ich gab ihm ruhig zur Antwort: \u201cIch wollte nie hierher kommen, ich habe mein Baby zuhause gelassen und muss zur\u00fcck.\u201d Er lachte und sagte, ich w\u00fcrde nirgendwo hingehen. Ich begann zu schreien. \u201cIch wollte nie hierher kommen.\u201d schrie ich immer und immer wieder. Ich wurde in die Mitte eines Kreises aus Hunden gezerrt, und wenn ich nur einen Schritt aus dieser Mitte heraus machte, w\u00fcrden diese Hunde w\u00fctend auf mich losgehen. Bis heute sp\u00fcre ich die Panik und das Entsetzen, als ich schrie: \u201cIch wollte nie hierher kommen!\u201c Ich erwachte mit Sch\u00fcttelfrost\u00a0 und rief Tonis Gro\u00dfmutter an. Sie sagte, das sei nicht blo\u00df ein Traum gewesen, sondern Gott habe mir eine Vision geschickt; und wenn ich nach Jonestown ginge, sei ich eine N\u00e4rrin.<\/p>\n<p>Mein Bruder und seine Freundin brachten mich zur\u00fcck zu meiner Wohnung, wo ich mir die Sachen schnappte, die ich brauchte und den Rest aus dem Fenster im dritten Stock warf, in einen M\u00fcllcontainer, der darunter stand. W\u00e4hrend ich fieberhaft mein Zimmer r\u00e4umte, klopfte pl\u00f6tzlich Jim McElvane an die T\u00fcr und fragte, ob bei mir alles in Ordnung sei. Ich sagte ja, und dass ich gerade die Sachen holte, die ich bei meinem Vater lassen w\u00fcrde, und gleich wieder zur\u00fcckk\u00e4me. Er sagte, wir w\u00fcrden am Abend vom Flughafen in LA aufbrechen, um eine Gruppe in San Francisco zu treffen und von dort aus an die Ostk\u00fcste zu reisen. Ich l\u00e4chelte und tat, als k\u00f6nne ich es kaum erwarten. Ich sagte, ich h\u00e4tte meine kleine Tochter bei meinem Vater gelassen und w\u00fcrde mit ihr zur\u00fcckkommen. Er nannte mir eine Check-in-Zeit und ging weg. Ich nahm alles mit, worauf die Adressen meiner Familienmitglieder zu finden waren und ging fort, ohne mich noch einmal umzudrehen. Mein Entschluss stand fest: ich w\u00fcrde nicht nach Jonestown gehen.<\/p>\n<p>Ich versteckte mich bei Familienmitgliedern und bettelte Tonis Schwester an, niemandem zu verraten, wo ich war. Sie war die einzige aus dem Tempel, die es wusste. Sie rief oft an, um mir zu erz\u00e4hlen, wie sie wegen meines Verbleibs in die Mangel genommen wurde. Ich wei\u00df noch, wie ich sie anflehte: \u201cLass sie einfach nur ohne mich wegfahren, und dann brauchst du mich nicht mehr zu decken.\u201d Ich f\u00fchlte mich schlecht wegen der Gefahr, in die ich sie m\u00f6glicherweise gebracht hatte, aber es tat mir nie Leid, dass ich mich entschlossen hatte, den Tempel zu verlassen. Nach ein paar Wochen wurde es schlie\u00dflich ruhiger, und ich h\u00f6rte auf, mich zu f\u00fcrchten. Ich versteckte mich nach wie vor, weil ich mein Baby besch\u00fctzen wollte, aber mein Entschluss stand fest: Ich w\u00fcrde nie mehr zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>Toni schickte einen Brief an die Adresse meines Vaters, in dem stand, dass sie mittlerweile in Jonestown angekommen war. Sie erz\u00e4hlte, wie es unseren Freunden ging, und genau in die Mitte des Blatts schrieb sie gro\u00df und deutlich: \u201cIch wei\u00df, ich h\u00e4tte lieber heiraten sollen, bevor ich hierher kam.\u201d Mir lief es buchst\u00e4blich kalt \u00fcber den R\u00fccken. Ich rief ihre Familie an, die unverz\u00fcglich versuchte, einzuschreiten und bis zum Tag der Trag\u00f6die aktiv daran arbeitete, sie nach Hause zu holen.<\/p>\n<p>Es gibt so vieles, was ich \u00fcber die Ereignisse sagen k\u00f6nnte, die zu meiner Entscheidung gef\u00fchrt haben, den Tempel zu verlassen; ebenso dar\u00fcber, was danach geschah, und ich hoffe inst\u00e4ndig, dass ich es eines Tages zum Ausdruck bringen kann. Es gibt so viele andere, deren Geschichten sich von der meinen nur wenig unterscheiden. Viele Jahre hindurch hatte ich mit Schuldgef\u00fchlen zu k\u00e4mpfen, weil ich immer das Gef\u00fchl hatte, dass ich mich nicht heftig genug darum bem\u00fcht hatte, sie an ihrer Abreise zu hindern. Ich finde nach und nach meinen Frieden mit den Entscheidungen, die wir vor Jahrzehnten gemacht haben, und ich bete, dass andere das ebenfalls tun.<\/p>\n<p><em>Anm. der \u00dcbersetzerin: Toni James, Wille Ater Thomas, Darlene Ramey, Mary Pearl Willis und Jim McElvane starben in Jonestown. Mary Pearls Tochter Brenda blieb in den Staaten und \u00fcberlebte. Jim Bogue verlie\u00df Jonestown am Tag der Trag\u00f6die.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Die englische Originalversion dieses Texts finden Sie\u00a0hier.] Den Temple zu verlassen war keine schwere Entscheidung, auch wenn das Wann und Wie eine Herausforderung darstellten. Ich f\u00fchlte mich nicht sicher dabei, das Thema anzusprechen, nicht einmal im engsten Familien- und Freundeskreis. 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