{"id":98935,"date":"2020-05-23T16:20:10","date_gmt":"2020-05-23T23:20:10","guid":{"rendered":"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/?page_id=98935"},"modified":"2020-05-23T18:01:14","modified_gmt":"2020-05-24T01:01:14","slug":"jim-jones-und-der-massensuizid-von-jonestown-1978","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/?page_id=98935","title":{"rendered":"Jim Jones und der Massensuizid  von Jonestown 1978"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Autorin:<\/strong>\u00a0Marie Eisenburger, geboren 2001, lebt in Wien. Der vorliegende Aufsatz entstand als sogenannte \u201eVorwissenschaftliche Arbeit\u201c im Rahmen der Ablegung ihrer Reifepr\u00fcfung im Jahr 2019, am Gymnasium Wenzgasse, 1130 Wien. Marie ist w\u00e4hrend eines Auslandssemesters in Kanada auf das hier behandelte Thema gesto\u00dfen und war insbesondere von der Manipulationskraft Jim Jones\u2018 gegen\u00fcber der von ihm geleiteten Gruppierung fasziniert. Kernst\u00fcck der vorliegenden Arbeit ist somit eine Untersuchung des Ph\u00e4nomens der Massenmanipulation am Beispiel Jonestown\/Peoples Temple (Kapitel 2, \u201eSekten\u201c). Dar\u00fcber hinaus stellt Kapitel 1, das die Entwicklung des Peoples Temple beleuchtet, f\u00fcr jene Leserinnen und Leser, die sich mit der Geschichte dieser Bewegung und den Ereignissen in Jonestown vertraut machen m\u00f6chten, eine hervorragende Einf\u00fchrung dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">(Heidi K\u00f6nig-Porstner, Mai 2020)<\/p>\n<p><strong>Abstract\/Zielsetzung: <\/strong><\/p>\n<p>Untersucht werden soll anhand des Beispiels Peoples Temple das Ph\u00e4nomen der Massenmanipulation. Ich bin der Frage nachgegangen, wie Jim Jones zu einer religi\u00f6sen Leitfigur wurde, unter welchen Voraussetzungen sich der Peoples Temple von einer kleinen, stark in der B\u00fcrgerrechtsbewegung verankerten Kirche zu einer v\u00f6llig isolierten Gruppierung entwickeln konnte, und wie Jim Jones letztlich in Jonestown, Guyana, seine Anh\u00e4nger so unter seine Kontrolle bekommen konnte, dass sie auf seinen Befehl hin in einem Massensuizid das ultimative Opfer f\u00fcr ihn brachten.<a title=\"\" href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>James Warren Jones w\u00e4chst in einer amerikanischen Kleinstadt auf. Schon fr\u00fch ist er fasziniert von Machtpersonen; zugleich zeigt er ein starkes Interesse an Religion und entwickelt bereits in jungen Jahren ein Bewusstsein f\u00fcr soziale Belange wie etwa Rassengleichheit. Im Alter von 23 Jahren gr\u00fcndet er schlie\u00dflich eine kirchliche Gruppierung, die von sozialem Engagement gepr\u00e4gt ist, deren innere Strukturen aber im Laufe der Zeit zusehends totalit\u00e4rer werden. Im Laufe der n\u00e4chsten 24 Jahre gelingt es Jones, seinen Einflussbereich und seine Anh\u00e4ngerschaft erheblich zu vergr\u00f6\u00dfern. Ein gro\u00dfer Teil dieser Anh\u00e4ngerschaft (am Ende etwa 1000 Personen) wandert in den sp\u00e4ten 70er Jahren nach Guyana aus, um dort in der von Jones gegr\u00fcndeten Dschungelstadt Jonestown eine utopische Gemeinschaft zu begr\u00fcnden, die frei von Ungleichheit und Diskriminierung ist. Am 18. November 1978 macht Jones selbst dem utopischen Experiment ein Ende, indem er die knapp mehr als 900 Bewohner von Jonestown in einen organisierten Suizid treibt und sich selbst umbringt.<a title=\"\" href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Ich besch\u00e4ftige mich im folgenden Aufsatz mit der Frage, welcher Methoden der Massen\u00fcberzeugung sich Jim Jones bediente, dass es zu dieser Trag\u00f6die kommen konnte. Dabei st\u00fctze ich mich vorwiegend auf eine Arbeit von Stefan Junker<a title=\"\" href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a>, der den Begriff der \u201eSekte\u201c nicht nur auf religi\u00f6se, sondern auch politische und andere gesellschaftliche Gruppierungen anwendet und die Mechanismen der Massenmanipulation erl\u00e4utert. Meine Darstellung von Jim Jones und der Entwicklung des Peoples Temple, die den ersten Teil dieser Arbeit bildet, beruht vorwiegend auf Deborah Layton<a title=\"\" href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a> und Jeff Guinn<a title=\"\" href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Jim Jones \u2013 die fr\u00fchen Jahre<\/strong><\/p>\n<p>James Warren Jones wurde am 13. Mai 1931 in Crete, Indiana, als Sohn von James Thurman Jones und Lynetta Jones geboren. Da seine Mutter mehrere Jobs zugleich hatte und sich sein kriegsversehrter Vater offenbar wenig um ihn k\u00fcmmerte, wuchs er relativ einsam auf.<a title=\"\" href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>In seiner Familie und seinem Umfeld in der Kleinstadt Lynn, wo die Familie 1934 hinzog, kam er mit Ideen in Kontakt, die sich sp\u00e4ter in seinen Lehren und seinem Glauben widerspiegeln w\u00fcrden. So etwa glaubte seine Mutter an Reinkarnation und daran, dass ihr Sohn in seiner gegenw\u00e4rtigen Inkarnation zu Gro\u00dfem bestimmt war, was sie ihm auch oft mitteilte. Auch eine Neigung zu paranoiden Gedanken \u2013 das Gef\u00fchl, dass st\u00e4ndig jemand hinter ihm her sei &#8211; scheint Lynetta Jones ihrem Sohn mitgegeben zu haben.<a title=\"\" href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>In seiner Kindheit besuchte Jim mit einer Nachbarin regelm\u00e4\u00dfig die Kirche der Nazarener und begann, sich umfassend mit ihr zu besch\u00e4ftigen. Er erfuhr dort Zuneigung und eine Art von Orientierung. Er besuchte alle sechs Kirchen in Lynn, befreundete sich sogar mit einem Geistlichen und begann bald, das Geh\u00f6rte zu \u00fcbernehmen und selbst an andere Kinder weiterzugeben.<a title=\"\" href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[8]<\/a> Jim war ein guter Sch\u00fcler, hatte aber wenige Freunde, was sich auf seinen starken Hang zur Religion und seine Unwilligkeit, sich mit f\u00fcr Jugendliche typischen Dingen auseinanderzusetzen, zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst. Seine Abneigung gegen\u00fcber als s\u00fcndhaft geltenden Dingen wie Tanzen, Alkohol usw. verst\u00e4rkte das nur noch.<a title=\"\" href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Jim wurde schon fr\u00fch als Sonderling betrachtet. Die Einwohner Lynns hielten ihn f\u00fcr einen komischen kleinen Jungen. Schon im Volksschulalter erz\u00e4hlte er st\u00e4ndig L\u00fcgen, meinte, er h\u00e4tte magische Kr\u00e4fte und \u00fcberzeugte die anderen Kinder, mit ihm seine Pl\u00e4ne in die Tat umzusetzen: zum Beispiel in leere S\u00e4rge im lokalen Lagerhaus zu klettern und sich mehrere Stunden lang reglos vorzustellen, man sei tot. Der kleine Jim hielt Begr\u00e4bnisse f\u00fcr Tiere ab und lebte seine Faszination f\u00fcr Hitler aus, indem er in der Rolle Hitlers seine \u201eTruppen\u201c (\u00fcblicherweise seine Cousinen) umherkommandierte.<a title=\"\" href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Als sich seine Eltern Anfang der 1940er Jahre trennten, zog Jim mit seiner Mutter nach Richmond in Indiana, wo er eine Arbeit als Krankenpfleger aufnahm. Er bewies dort sein Geschick mit Menschen: Er konnte sich die Namen aller Patienten und deren Angeh\u00f6riger merken und erwarb sich mit fr\u00f6hlichen Gespr\u00e4chen und Freundlichkeit deren Zuneigung. An diesem Arbeitsplatz lernte er seine sp\u00e4tere Frau, Marceline Baldwin, eine etwas \u00e4ltere Krankenpflegesch\u00fclerin, kennen. Er beendete die Schule im Dezember 1948 und begann im darauffolgenden Januar an der Indiana University zu studieren. Im Zuge dessen zog das junge Paar nach Indianapolis, die Hauptstadt des Staates Indiana. Nach seinem ersten Semester heiratete er Marceline, am 12. Juni 1949. Obwohl die beiden unterschiedlichen Glaubens waren (Marceline war streng gl\u00e4ubig, Jones glaubte zu diesem Zeitpunkt bereits vielmehr an den Sozialismus als an Gott) und sich daraus viele Unstimmigkeiten ergaben, blieben die beiden zusammen und adoptierten im Laufe ihrer Ehe sechs Kinder wei\u00dfer, schwarzer und asiatischer Herkunft.<a title=\"\" href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Im Sommer des Jahres 1952 wurde Jim Hilfspastor in einer methodistischen Kirche, wo er versuchte, die Gleichheit der Ethnien und die B\u00fcrgerrechte zu predigen. Als Hilfspastor hatte er aber wenig Freiheit dies zu tun. Noch dazu nahmen viele Gl\u00e4ubige in der haupts\u00e4chlich wei\u00dfen Nachbarschaft Ansto\u00df an seiner Botschaft und begannen, ihm Drohbotschaften zu schicken. Daraufhin sammelte er Erfahrungen bei sogenannten \u201eRevivals\u201c: religi\u00f6sen Erweckungsereignissen, die in den USA der Nachkriegszeit \u00fcberaus beliebt waren. Diverse Prediger taten dabei einer versammelten Menge ihre pers\u00f6nliche Interpretation des Wort Gottes kund &#8211; auf einer Parkbank, auf einer belebten Stra\u00dfe oder in eigens gemieteten R\u00e4umen. Die Stars unter diesen Predigern f\u00fcllten riesige Festzelte. H\u00e4ufig waren sogenannte \u201efaith healings\u201c fixer Bestandteil dieser Veranstaltungen: die enormen Besucherscharen, die durch das Versprechen solcher Heilungen angezogen wurden, beeindruckten Jones.<\/p>\n<p>1954 verlie\u00df er die methodistische Kirche. Obwohl er sp\u00e4ter erz\u00e4hlte, er sei ausgetreten, war er in Wahrheit gebeten worden zu gehen. Alleine gelangte er bald zu Ber\u00fchmtheit: Mit gerissenen Tricks, wie Scheinheilungen, dem diskreten Erlangen von pers\u00f6nlichen Informationen \u00fcber die Menschen in seinem Publikum, die er dann zu deren Erstaunen in seine Reden aufnahm, sicherte er sich in k\u00fcrzester Zeit eine begeisterte Anh\u00e4ngerschaft.<a title=\"\" href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>1954 gr\u00fcndete er die \u201eCommunity Unity\u201c, auch manchmal als \u201eWings of Deliverance\u201c Kirche bekannt. F\u00fcr viele, vor allem f\u00fcr Afroamerikaner, waren die Lebensumst\u00e4nde zu jener Zeit so schlimm, dass die Kirche sich ihnen als Refugium bot. Jones hatte, trotz gro\u00dfer Ambitionen, am Anfang mit diversen Problemen zu k\u00e4mpfen: unter anderem mit der Konkurrenz und mit der Schwierigkeit, seine Scheinheilungen durchzuf\u00fchren, ohne die Skepsis der Leute zu erregen. Nichtdestotrotz gelangte er zu immer mehr Ber\u00fchmtheit und seine Anh\u00e4ngerschaft wuchs best\u00e4ndig. Bei seinen Heilungen, die stets ein gro\u00dfes Spektakel waren, f\u00fchrte er die kleinsten positiven Effekte auf sich und seine ihm von Gott gegebene Kraft zur\u00fcck (er predigte im Namen Gottes, um mehr Anh\u00e4nger zu gewinnen, obwohl er selber nicht an ihn glaubte). Wenn die Heilungen einmal nicht funktionierten, beschuldigte er stets die Patienten, es l\u00e4ge an ihrem mangelnden Glauben. Meistens aber stellte Jones schon im Vorfeld sicher, dass seine \u201eHeilungen\u201c funktionierten: mit Schauspielern &#8211; und mit H\u00fchnerinnereien, die aus den M\u00fcndern der \u201eGeheilten\u201c hervorgezaubert und als \u201eKrebsgeschw\u00fcre\u201c pr\u00e4sentiert wurden.\u201c<\/p>\n<p>Im Jahre 1955 wurde die Community Unity zu \u201ePeoples Temple\u201c umbenannt.<a title=\"\" href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p><strong>1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Jim Jones und die Entwicklung des Peoples Temple<\/strong><\/p>\n<p><em>1.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Indianapolis<\/em><\/p>\n<p>Jones\u2018 Aktivit\u00e4ten fanden bald viele Unterst\u00fctzer. Anf\u00e4ngliche Probleme mit lokalen Politikern wurden von seiner Frau Marceline gel\u00f6st: Sie war es, die Jim Kontakte verschaffte, die zu diversen Veranstaltungen ging und dort Details \u00fcber diverse Personen des \u00f6ffentlichen Interesses und deren Vorlieben herausfand, die sich Wichtiges notierte und Jim f\u00fcr die darauffolgenden Begegnungen vorbereitete \u2013 die Lorbeeren f\u00fcr diese Arbeit erntete jedoch ihr Ehemann. Er war bald als einer der wenigen Prediger bekannt, der die Probleme seiner Zeit wirklich verstand und wusste, wie man vorging, um Abhilfe zu schaffen.<a title=\"\" href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Um Geld f\u00fcr den Temple zu bekommen, arbeiteten die Jones Tag und Nacht. Sie gr\u00fcndeten ein Altersheim bei sich zu Hause und \u00fcbernahmen sp\u00e4ter das Management mehrerer Altersheime der Stadt. Mit dem erwirtschafteten Geld wurde etwa ein Caf\u00e9 betrieben, in das jeder kommen und gratis essen konnte und, falls n\u00f6tig, Kleidung bekam. <a title=\"\" href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[15]<\/a> Auch konnte Jones sich t\u00e4gliche 15 Minuten \u00dcbertragungszeit auf dem lokalen Radiosender leisten, \u00fcber den Veranstaltungen des Peoples Temple angek\u00fcndigt wurden. Eine der wichtigsten fand im Juni 1955 statt, als Jones mit einem der ber\u00fchmtesten Prediger der damaligen Zeit kooperierte und daraufhin einen signifikanten Anteil von dessen Zuh\u00f6rerschaft f\u00fcr sich gewann.<\/p>\n<p>Der Peoples Temple gewann rapide an neuen Mitgliedern. Jugendprogramme f\u00fcr die Kinder der Mitglieder bewogen viele alleinstehende M\u00fctter, dazu zu sto\u00dfen; politische G\u00e4ste in den Gottesdiensten, eine Atmosph\u00e4re der Empathie und des Mitgef\u00fchls, sowie kostenfreies Essen und Kleidung sorgten f\u00fcr noch h\u00f6here Zahlen. Vor allem Jones\u2018 Botschaft von der Gleichheit und Gleichbehandlung aller Menschen steigerte seine Popularit\u00e4t:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eHis message was always very stark\u2026 brotherhood, all races together. You were accepted just as you were, you were not judged by the way you looked, or how much education you had, or how much money you had.\u201d<a title=\"\" href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[16]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Jedoch war Jones damit nicht zufrieden, vor allem nicht, als er erfuhr, dass es jemanden gab, der genau dasselbe machte wie er \u2013 nur in einem gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab.<a title=\"\" href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p>Besagte Person lie\u00df sich von ihren Anh\u00e4ngern \u201eFather Divine\u201c nennen und stellte sich als Manifestation Gottes auf Erden dar. Vermutlich war Father Divines echter Name George Baker, jedoch ist sein Leben vor seinem Kult immer noch relativ im Unklaren. Er begann auf der Stra\u00dfe zu predigen und hatte mit seinen Predigten bald so viele Anh\u00e4nger, dass sich die Gemeinschaft in einem Gemeindebau in Harlem in New York ansiedelte und ihren Einfluss international ausweitete. 1942 zog Father Divine nach Philadelphia, die er als die Stadt Gottes k\u00fcrte. Die Anh\u00e4ngerschaft lebte nach seiner Doktrin: Kapital gemeinschaftlich und nicht individuell anzusammeln und damit Immobilien zu erwerben und selbstst\u00e4ndig zu renovieren, genauso wie den Fuhrpark der Kirche. Niemand wurde in irgendeinem Aspekt versichert; die einzige Versicherung, die man brauchte, war der Segen Gottes. Sein \u201eInternational Modest Code\u201c inkludierte Keuschheit, Verbot von Rauchen und Alkohol, das Trennen der Geschlechter, keine vulg\u00e4re Sprache, keine Obsz\u00f6nit\u00e4ten. Frauen durften keine Kleidung, die als unanst\u00e4ndig gesehen wurde, anziehen und kein Makeup oder Parfum tragen.<a title=\"\" href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>Um die Jahreswende von 1956 auf 1957 kam es zu einem Treffen auf dessen Farm. Jones wurde von der Lehre Father Divines und der Lebensweise seiner Gruppe zusehends in Bann gezogen. Es er\u00f6ffnete sich ihm eine komplett neue Welt. Als er zur\u00fcckkam, begann er sofort, Father Divines Art der F\u00fchrung zu imitieren, was sich zun\u00e4chst darin manifestierte, dass er seine Mitglieder dazu dr\u00e4ngte, ihn \u201eFather\u201c und Marceline \u201eMother\u201c zu nennen. Er lernte, ein noch gr\u00f6\u00dferes Publikum anzuziehen. Im Laufe seines restlichen Lebens sollte Jones fast alle Werte und Grundlinien der \u201ePeace Missions\u201c (Anh\u00e4ngerschaft Father Divines) im Peoples Temple aufnehmen, und sp\u00e4ter sogar Jonestown auf Grundlage der Peace Missions- Farm, die er besucht hatte, entwerfen und aufbauen. <a title=\"\" href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>Marceline und Jim Jones hatten 1952 ihr erstes Kind, Agnes, adoptiert. Wenig sp\u00e4ter beschlossen die beiden, eine &#8211; wie sie es nannten &#8211; \u201eRegenbogenfamilie\u201c zu gr\u00fcnden. 1957 adoptierten sie zwei koreanische Waisen, Stephanie und Lew. Stephanie starb jedoch im Mai 1959. Drei Wochen sp\u00e4ter gebar Marceline ihr einziges leibliches Kind, Stephan. Die Jones adoptierten kurz darauf die kleine Schwester Stephanies und tauften sie auf Suzanne um. 1961 schrieben die Jones Geschichte, als sie als erste wei\u00dfe Familie in Indiana ein schwarzes Kind, James Warren Jones Jr., adoptierten.<a title=\"\" href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p>In den sp\u00e4ten 50er Jahren wollte Jim Jones, dass der Peoples Temple sich den Disciples of Christ anschloss. Seine Bewerbung wurde angenommen, unter der Bedingung, dass Jones ein Diplom erwarb, um als offizieller Pastor in der Glaubensgemeinschaft anerkannt zu werden. Dies tat er auf der Butler University. Etwa zeitgleich, im Jahr 1961, wurde Jones auf den Posten des Direktors der Human Relations Commission in Indianapolis berufen \u2013 ein Gremium, in dem bis dahin viel diskutiert, aber wenig erreicht worden war. Jones sollte das \u00e4ndern.<a title=\"\" href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p>Die B\u00fcrgerrechtsbewegung war zu jener Zeit schon im vollen Gange, Rassismus jedoch nach wie vor an der Tagesordnung. Auch in Indiana war wenig bis kein Fortschritt in Sachen Gleichberechtigung sichtbar \u2013 bis Jim Jones sich einbrachte. Im Verlauf nur eines Jahres erreichte er signifikante Ver\u00e4nderungen: Am Anfang waren es kleine Dinge, wie etwa die Reparatur eines Schlaglochs in einer Siedlung, oder der Erwerb neuer Schulb\u00fccher, aber f\u00fcr die schwarze Bev\u00f6lkerung war das mehr, als irgendjemand sonst je f\u00fcr sie getan hatte. Bald begann Jones seinen Feldzug in den diversen gastronomischen Einrichtungen von Indianapolis. Die meisten Restaurants verweigerten afroamerikanischen Kunden unter irgendeinem Vorwand den Zutritt, und wenn nicht, ging man dort sehr unh\u00f6flich mit ihnen um. Wenn die Jones mit schwarzen Freunden essen gingen, wurde ihnen manchmal mitgeteilt, dass Reservierungen notwendig gewesen w\u00e4ren, was, wenn nur Jim und Marceline essen gingen, sonst nie der Fall war. Jones wartete manchmal bis zur Sperrstunde vergeblich auf einen freien Tisch, oder er und seine Begleiter wurden, falls man sie doch bediente, schlecht behandelt. Am Tag darauf ging dann Jones aufs Neue in das betroffene Restaurant, um den Besitzer zu sprechen und darauf zu bestehen, dass auch schwarze Kunden bedient werden m\u00fcssten. Bei Weigerung versuchte Jones mit logischen Argumenten zu erkl\u00e4ren, dass es profitabler w\u00e4re, auch schwarze G\u00e4ste zu bewirten. Bei weiterer Weigerung teilte er mit, dass er das n\u00e4chste Mal mehr Leute mitbringen w\u00fcrde, die dann vor dem Restaurant gegen die schlechte Behandlung der Schwarzen demonstrieren w\u00fcrden. Wer sich f\u00fcgte, wurde belohnt &#8211; mit Flyern, Werbung und G\u00e4sten aus dem Peoples Temple. Es begann sich herumzusprechen, dass es von Vorteil war, mit dem Peoples Temple zusammenzuarbeiten. Am Ende des Jahres 1961 war Indianapolis eine weniger rassentrennende Stadt als zuvor, und dies war fast ausschlie\u00dflich Jim Jones zu verdanken.<a title=\"\" href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p>Gegen Ende 1961 begann Jones erstmals zu predigen, ihm sei in einer Vision er\u00f6ffnet worden, dass Amerika bald unter nuklearem Beschuss stehen und jeder in Indianapolis Lebende dabei sterben werde. Die Angst vor einem nuklearen Angriff der Sowjetunion war damals generell gro\u00df und verlieh seiner \u201eVision\u201c Nachdruck. Der Peoples Temple &#8211; so Jones &#8211; m\u00fcsse also in ein Gebiet umziehen, das weit weg von den Zielen der Raketen l\u00e4ge. Dies w\u00fcrde auch seine Kontrolle \u00fcber die Mitglieder st\u00e4rken, da diese dann auch weit weg von Familienmitgliedern und Freunden w\u00e4ren, die nicht dem Temple angeh\u00f6rten. Nach sorgf\u00e4ltigen Erw\u00e4gungen befand Jones Belo Horizonte in Brasilien als optimales Ziel. Er k\u00fcndigte sein Amt als Direktor der Human Relations Comission, und zusammen mit seiner Familie flog er nach Brasilien, um dort die Zukunft des Peoples Temple aufzubauen. In seiner Abwesenheit begann sich der Peoples Temple jedoch langsam zu zersetzen. Gottesdienste wurden unter der Leitung eines Vertrauten von Jones nicht mehr wie sonst abgehalten, das urspr\u00fcngliche Ziel des Temple vernachl\u00e4ssigt, und au\u00dferdem fehlte der charismatische Prediger. Belo Horizonte erwies sich als Misserfolg, jedoch gab Jones nicht auf und zog 1963 nach Rio de Janeiro um. Auch dort hatte er keinen Erfolg. Im November desselben Jahres, kurz nach dem Attentat auf John F. Kennedy, kehrte er in die USA zur\u00fcck. Der Peoples Temple war w\u00e4hrend seiner Abwesenheit fast verschwunden und Jones stellte fest, dass er auch in der Politik nicht mehr ben\u00f6tigt wurde. In diesen zwei Jahren hatte sich in Indianapolis vieles verbessert, und Afroamerikaner waren mit ihren Problemen nicht mehr nur auf Jones angewiesen. Seine Anh\u00e4ngerschaft hatte sich so drastisch reduziert, dass der Temple in ein kleineres Geb\u00e4ude umziehen musste. Wegen seinen zunehmend radikaleren Ansichten durfte Jones auch nicht mehr im Radio senden.<a title=\"\" href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\">[23]<\/a><\/p>\n<p>Jones hatte begonnen, in seinen Predigten die Bibel zu verteufeln. Er lehnte den christlichen Himmelsgott ab und proklamierte den wirklichen Jesus oder Gott als Erdengott, der sich einen Gastk\u00f6rper aussuchen konnte, um seinen Segen unmittelbar auf die Lebenden auszusch\u00fctten. Anfangs stellte er sich zwar nicht selbst als Gott dar, jedoch sagte er, er h\u00e4tte den Geist Christi in sich und sei auch in einer vorigen Inkarnation Buddha gewesen. Sp\u00e4ter w\u00fcrde er noch viele andere Personen als vorherige Inkarnationen seines Selbst ausgeben, zum Beispiel Lenin. Er glaubte sich selber auf dem h\u00f6chsten zu erreichenden Niveau der Spiritualit\u00e4t und wollte als g\u00f6ttliches Wesen verehrt werden. Jim Jones war Gott und Christus auf Erden und alles, was er sagte und tat, war folglich richtig und musste getan werden. Die Gl\u00e4ubigen unter seinen Anh\u00e4ngern glaubten ihm \u2013 andere k\u00fcmmerten sich nicht darum, was er sagte, da sie ihm in politischen Aspekten und seiner sozialistischen Grundhaltung zustimmten.<a title=\"\" href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>Jones bemerkte, dass sich seine Zeit in Indianapolis ihrem Ende n\u00e4herte. Am Beispiel Father Divines hatte er gesehen, dass ein Umzug in eine neue Stadt, ein neues Gebiet, ihm zu neuer politischer und sozialer Macht verhelfen w\u00fcrde, und ihm neue Mitglieder bescheren w\u00fcrde, obwohl er seine loyalsten Anh\u00e4nger behielt. Er beschloss, an einen der anderen nuklear-sicheren Orte umzuziehen: Ukiah, Kalifornien. Perfekt wegen der Lage nahe Los Angeles und San Franciscos zum Rekrutieren neuer Mitglieder, aber sicher vor nuklearen Geschossen in diese Gebiete, war die Kleinstadt der ideale Ort. Vor Ort \u00fcberzeugte er eine lokale Kirche, Christ\u2019s Church of the Golden Rule in Redwood Valley, sich ihr anschlie\u00dfen zu d\u00fcrfen. Obwohl er einige Schwierigkeiten dabei hatte, \u00fcberredete er den Gro\u00dfteil des verbleibenden Temples umzuziehen. Im Fr\u00fchsommer 1965 hielt Jones seine letzte Predigt und fuhr im Anschluss daran mit ungef\u00e4hr 90 Mitgliedern gen Westen.<a title=\"\" href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\">[25]<\/a><\/p>\n<p><em>1.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kalifornien<\/em><\/p>\n<p>Dort angekommen, versuchten sich die Mitglieder auf verschiedene Weise so gut wie m\u00f6glich zu integrieren. Sie fanden Arbeit und gaben allen nicht akut ben\u00f6tigten Profit dem Temple ab. Im selben Jahr wurde der Peoples Temple vom Staat auch offiziell zur Non-Profit Organisation erkl\u00e4rt. Angezogen durch begeisterte Nachrichten kamen 50 bis 60 Mitglieder, die in Indianapolis zur\u00fcckgeblieben waren, nach. Die lokale Zeitung stellte zwar zun\u00e4chst unbequeme Fragen \u00fcber den Temple, doch pers\u00f6nliche Kontakte verbesserten das Verh\u00e4ltnis bald so sehr, dass der Peoples Temple sogar bald eigens redigierte Artikel darin ver\u00f6ffentlichen konnte. Ein gro\u00dfes Problem war der Rassismus in Ukiah. Die Einstellung der mehrheitlich wei\u00dfen Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber Schwarzen war r\u00fcckschrittlich, und als der Peoples Temple begann, in wei\u00dfen Nachbarschaften H\u00e4user zu kaufen und schwarze Familien darin einzuquartieren, wurde er mit Beschwerden und Anfeindungen konfrontiert. Um die Familien zum Bleiben zu bewegen, f\u00fchrte Jones abermals seine Vision eines Nuklearkrieges ins Treffen, nur diesmal verk\u00fcndete er, der Ausbruch sei weniger als zwei Jahre entfernt, und jeder in einer der gro\u00dfen St\u00e4dte w\u00fcrde unter gro\u00dfen Qualen sterben.<a title=\"\" href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p>So wurde der Peoples Temple eine stetig wachsende Pr\u00e4senz im Redwood Valley. Jones hatte einen Lehrposten an der dortigen Schule angenommen, und er arbeitete zus\u00e4tzlich in der Erwachsenenbildung. Einige seiner Sch\u00fcler traten dem Temple bei, der bald darauf ihr ganzes Leben bestimmen sollte. Ein Teil der Temple-Jugend unterlief sogar besonderem Survival-Training, um im Notfall den Temple besch\u00fctzen zu k\u00f6nnen<a title=\"\" href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\">[27]<\/a> und um sich auf die Welt nach dem Atomkrieg vorzubereiten.<a title=\"\" href=\"#_edn28\" name=\"_ednref28\">[28]<\/a><\/p>\n<p>Einer der Hauptunterschiede zu den Messen in Indianapolis war, dass Jones fast komplett aufh\u00f6rte, Heilungen durchzuf\u00fchren, und nach einiger Zeit lie\u00dfen auch seine prophetischen Visionen von einem nuklearen Konflikt nach. Die Neuzug\u00e4nge in seinem Publikum waren teils sehr viel gebildeter als die Alteingesessenen und w\u00fcrden Jones nicht ohne Weiteres abkaufen, dass halb verrottete H\u00fchnerinnereien, die er des \u00d6fteren bei seinen Scheinheilungen verwendete, geheilter Krebs w\u00e4ren.<a title=\"\" href=\"#_edn29\" name=\"_ednref29\">[29]<\/a><\/p>\n<p>1968 beendete eine Meinungsverschiedenheit die Kooperation zwischen dem Peoples Temple und der Church of the Golden Rule. Der Peoples Temple musste sich eine neue Immobilie zulegen, um dort Messen abzuhalten. Ein passendes Geb\u00e4ude wurde bald von den Mitgliedern in der N\u00e4he einer gut befahrenen Stra\u00dfe erbaut. Obwohl der Temple nun ein neues Geb\u00e4ude besa\u00df und Zuw\u00e4chse hatte, waren immer noch nicht die versprochenen Scharen an Menschen in den Messen. Jones begann dies zu \u00e4ndern.<a title=\"\" href=\"#_edn30\" name=\"_ednref30\">[30]<\/a><\/p>\n<p>Bei einem Memorial Service f\u00fcr Martin Luther King Jr. in San Francisco erschien der Peoples Temple vollz\u00e4hlig, was Staunen und Anerkennung hervorrief. Jones wurde aufgerufen, ein paar Worte zu sagen und \u00fcberraschte alle Versammelten mit der Ank\u00fcndigung eines Gottesdienstes f\u00fcr die gesamte versammelte Kongregation. Kurze Zeit sp\u00e4ter, nach hektischer Planung und Vorbereitung, fand in Redwood Valley ein Wochenende an Gottesdiensten statt, an dem mehrere Reisebusse an Menschen teilnahmen. Jones \u00fcberzeugte im gro\u00dfen Stil. Heilungen, lange Predigten in Gottes Namen und eine freundliche, warme Atmosph\u00e4re bewegten viele dazu, sich sofort anzuschlie\u00dfen. Z\u00f6gernde wurden bald \u00fcberzeugt: Peoples Temple Mitglieder l\u00f6sten deren Alltagsprobleme, immer ohne Bezahlung und mit Freude, schickten freundschaftliche Briefe und manchmal sogar selbst gemachte Backwaren. Sie halfen Afroamerikanern bei rechtlichen Angelegenheiten, wo diese allein chancenlos gewesen w\u00e4ren. Durch die Unterst\u00fctzung des Peoples Temple und Jim Jones erlebten sie nun jedoch beachtliche Verbesserungen. Die Rekrutierung aus den gro\u00dfen St\u00e4dten hatte erfolgreich begonnen.<a title=\"\" href=\"#_edn31\" name=\"_ednref31\">[31]<\/a><\/p>\n<p>Mehr Mitglieder bedeuteten auch mehr Familien, die nach Ukiah zogen und damit mehr Senioren, die t\u00e4gliche Pflege brauchten. Diese wurden in den Alters- und Pflegeheimen des Temple untergebracht, was dessen Profite enorm ankurbelte. Alle Gewinne dieser Institutionen gingen direkt an den Peoples Temple, der dadurch seine diversen \u201eOutreach Programs\u201c weiter finanzieren und weiterentwickeln konnte, was umso mehr Mitglieder anzog.<a title=\"\" href=\"#_edn32\" name=\"_ednref32\">[32]<\/a> Die generelle Finanzierung des Peoples Temple erfolgte haupts\u00e4chlich durch die Mitglieder, die angeregt wurden, alles entbehrliche Geld abzugeben. Zehn Prozent des pers\u00f6nlichen Einkommens waren Pflicht; nach einiger Zeit wurden 25 Prozent zur Norm. Mitglieder unterzeichneten ein Dokument, das besagte, dass all ihr Eigentum fortan ohne Widerspruch dem Peoples Temple geh\u00f6ren w\u00fcrde. Finanziert wurden dadurch diverse Peoples Temple Einrichtungen, die der Gemeinschaft und ihren Zielen zugute kamen: eine Farm f\u00fcr problematische Teenager, eine Druckerei, eine W\u00e4scherei, Pflegeheime, Drogenrehabilitation und Ausgabe von gratis Nahrung und Kleidung.<a title=\"\" href=\"#_edn33\" name=\"_ednref33\">[33]<\/a> Vom Peoples Temple angestellte Mitglieder bekamen kein Gehalt, jedoch kam der Peoples Temple jedem Bedarf nach und versorgte die Mitglieder in allen Aspekten. Gegen Ende des Jahres 1969 z\u00e4hlte der Peoples Temple ca. 500 Mitglieder, rund das Dreifache des Vorjahres.<a title=\"\" href=\"#_edn34\" name=\"_ednref34\">[34]<\/a><\/p>\n<p>Bald wollte Jones eine dauerhafte Temple Pr\u00e4senz in San Francisco etablieren, jedoch mangelte es ihm dazu an juristischem Know-how. Jones lernte Tim Stoen, einen ambitionierten Anwalt, kennen und \u00fcberzeugte diesen im M\u00e4rz 1970 beizutreten. Da mittlerweile genug Geld vorhanden war, um gr\u00f6\u00dfere Projekte in Angriff zu nehmen, begann er, zus\u00e4tzlich zu dem (renovierungsbed\u00fcrftigen) Geb\u00e4ude des permanenten Sitzes, regelm\u00e4\u00dfig eine Schule in San Francisco zu mieten, um dort diverse Programme durchzuf\u00fchren. Mittlerweile hatte Jones auch die komplette Kontrolle \u00fcber das Budget des Temples \u00fcbernommen. So konnte er das Geld verwalten, wie es ihm gefiel, und Ausgaben des Peoples Temple konnten nie ohne seine Einwilligung get\u00e4tigt werden.<a title=\"\" href=\"#_edn35\" name=\"_ednref35\">[35]<\/a><\/p>\n<p>Seit 1965 nahm Jones regelm\u00e4\u00dfig Schmerzmittel zu sich, um nicht n\u00e4her spezifizierte Leiden zu bek\u00e4mpfen. Sechs Jahre sp\u00e4ter, 1971, begann er, Amphetamine und Beruhigungsmittel kontinuierlich zu missbrauchen. Um sich f\u00fcr langwierige Gottesdienste aufzuputschen, nahm er die Amphetamine, und danach die Beruhigungsmittel, um schlafen zu k\u00f6nnen. Die Medikamente verschlimmerten seine Paranoia massiv. Er lie\u00df vor jedem wichtigen Treffen R\u00e4ume nach Wanzen absuchen. Mitglieder wurden als Wachen au\u00dferhalb des Peoples Temple Geb\u00e4udes aufgestellt.<a title=\"\" href=\"#_edn36\" name=\"_ednref36\">[36]<\/a> Im Jahr 1977 begann er, nachdem in ein B\u00fcro von Scientologen in San Francisco eingebrochen worden war, sogar in einer Geheimsprache zu kommunizieren.<a title=\"\" href=\"#_edn37\" name=\"_ednref37\">[37]<\/a> Jedes Mitglied bekam eine Mitgliedskarte, was das Risiko minimierte, dass Au\u00dfenseiter Gottesdiensten beiwohnten und \u00fcberdies ein Gef\u00fchl der Besonderheit f\u00f6rderte. Auch die Regeln wurden versch\u00e4rft. Jede Aktivit\u00e4t oder Interaktion, die nichts mit dem Temple zu tun hatte, wurde missbilligt und z.B. der Besuch von Kinos, Caf\u00e9s oder Restaurants war verboten, da das Geld daf\u00fcr besser f\u00fcr den Temple verwendet werden sollte. Jede freie Minute musste dem Temple gewidmet sein. Alkohol, Nikotin und Drogen waren strengstens verboten und romantische Beziehungen waren nicht gerne gesehen. Genau diese strengen Regeln entfachten jedoch eine Art Wettkampf unter den Mitgliedern. Es wurde damit geprahlt, nur drei oder sogar nur zwei Stunden geschlafen zu haben, nur um das neueste Projekt zu unterst\u00fctzen. In einem beil\u00e4ufigen Satz zu einer engen Vertrauten meinte Jones einmal:<a title=\"\" href=\"#_edn38\" name=\"_ednref38\">[38]<\/a> \u201eKeep them poor and keep them tired, and they\u2019ll never leave\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn39\" name=\"_ednref39\">[39]<\/a>.<\/p>\n<p>Der Peoples Temple florierte. Er verteilte \u00fcbersch\u00fcssige Kleidung und Essen in armen Gegenden und k\u00fcmmerte sich um Klienten in den Pflegeheimen, auch wenn sie nicht bezahlen konnten. Immer mehr Wege wurden gefunden, um den Unterdr\u00fcckten oder sozial Schwachen zu helfen. Eines der beeindruckendsten Programme erm\u00f6glichte es sozial schwach gestellten Teenagern aufs College zu gehen. Der Temple erstattete nicht nur Schulb\u00fccher und Kosten, sondern bot auch gratis Unterk\u00fcnfte und Mahlzeiten an.<a title=\"\" href=\"#_edn40\" name=\"_ednref40\">[40]<\/a><\/p>\n<p>Im Jahr 1973 wurde das Anwerbeprogramm noch intensiver. Im Sommer und den Ferien wurden junge Studenten und Sch\u00fcler im ganzen Land in die Ghettos der gro\u00dfen St\u00e4dte geschickt, um Mitglieder f\u00fcr den Temple zu rekrutieren. Jedes zweite Wochenende fuhr die Kernfamilie des Temples &#8211; ungef\u00e4hr 400 Mitglieder &#8211; mit elf Reisebussen zehn Stunden lang nach Los Angeles und warb dort mit Brosch\u00fcren an Stra\u00dfenecken und dann im Gottesdienst in der 1972 dort permanent etablierten Kirche. Jones k\u00fcndigte in seinen Reden ab etwa Mitte 1973 das \u201eGelobte Land\u201c an, einen Ort, an dem jeder gleich sein w\u00fcrde und jeder so leben k\u00f6nne, wie er wolle. Die Planung einer isolierten Siedlung exklusiv f\u00fcr Mitglieder des Peoples Temple hatte intern begonnen.<a title=\"\" href=\"#_edn41\" name=\"_ednref41\">[41]<\/a><\/p>\n<p>Als Folge hatte der Peoples Temple 1973 bereits 2570 Mitglieder und gab als gesch\u00e4tztes j\u00e4hrliches Einkommen 300.000 Dollar an (auf heute umgerechnet circa 1,7 Millionen amerikanische Dollar). Mittlerweile hatte der Temple eine eigene Zeitung, \u201eThe Peoples Forum\u201c. Er hatte permanente Kirchen in San Francisco und Los Angeles. Da er offiziell zu den Disciples of Christ geh\u00f6rte und eine Nonprofit- Organisation war, musste er keinerlei Steuern bezahlen.<a title=\"\" href=\"#_edn42\" name=\"_ednref42\">[42]<\/a>Konsequenterweise durfte der Temple sich politisch nicht bet\u00e4tigen. Jones umging dieses Problem gerissen mit der Gr\u00fcndung des sogenannten \u201eDiversions (D)-Komitee\u201c. Aufgabe dieses Komitees war es, durch Briefe Gesetzesvorhaben zu unterst\u00fctzen, die Jones f\u00fcr gut befand (und ihn darin zu erw\u00e4hnen). Diese Briefe wurden auf nicht registrierten Schreibmaschinen mit Handschuhen verfasst, anschlie\u00dfend aus dem Bundesstaat gebracht und von verschiedenen Ortschaften aus an Politiker verschickt. Oft wurden Briefe versendet, die &#8211; sich der Technik der paradoxen Intervention bedienend &#8211; Jim Jones verw\u00fcnschten und ihn als das \u00dcbel der Welt darstellten. In diesen Briefen wurde er als \u201eNegerfreund\u201c dargestellt, es wirkte als seien sie von Rassisten geschrieben worden, die Jones Bem\u00fchungen, Armen und Schwarzen zu helfen, unverhohlen abstie\u00dfen. Durch derlei Methoden gelangte Jones zu Bekanntheit bei Politikern, die so von seinen humanit\u00e4ren Aktionen erfuhren, und fing mehrere zweitrangige Politiker in seinem Netz, die ihn dann wohlwollend verteidigten oder auch unterst\u00fctzten. Wenn sie Jim erst kennenlernten, vertrauten diese ihm manchmal ihre Pl\u00e4ne, Schw\u00e4chen, Hoffnungen, selten sogar ihre Perversionen an. Diese Informationen nutzte er dann gegen sie, um h\u00f6herrangige Positionen zu erlangen, oder Unterst\u00fctzung und \u00f6ffentliches Lob. Wenn seine Bestechungen gelangen, zeigte er sich auf kontroverse Weise erkenntlich, indem er ein vom Politiker erkorenes Mitglied zu diesem nach Hause schickte.<a title=\"\" href=\"#_edn43\" name=\"_ednref43\">[43]<\/a> Durch eine Reihe von diffamierenden Artikeln \u00fcber Jones (die letztendlich allerdings eher positives als negatives f\u00fcr ihn bewirkten) bekam er nur noch mehr Aufmerksamkeit als davor schon. Der B\u00fcrgermeister von San Francisco, Joseph Alioto, blieb trotz der Anschuldigungen in den Artikeln ein Sympathisant des Temples und h\u00e4ndigte Jones sogar ein Schreiben aus, in welchem er ihn und seine Anh\u00e4ngerschaft in den h\u00f6chsten T\u00f6nen pries und das ihm in anderen St\u00e4dten helfen sollte, die Unterst\u00fctzung der dortigen Politiker zu bekommen.<\/p>\n<p>Der Peoples Temple hatte mittlerweile begonnen, das ganze Land abzufahren und in den gro\u00dfen St\u00e4dten seine Botschaft zu verk\u00fcnden. Im Jahr 1975 gewann Jones noch mehr Beliebtheit bei einflussreichen Politikern, als er George Moscone dazu verhalf, die B\u00fcrgermeisterwahl zu gewinnen. Er war nun als Mann gro\u00dfen Einflusses und als Vertrauter des B\u00fcrgermeisters bekannt und hatte Kontakte zu Gouverneuren, Sheriffs und Landtagsabgeordneten. Sogar Jimmy Carters Frau, Rosalynn Carter, der angehende Vizepr\u00e4sident Walter Mondale und politische Celebrities wie Angela Davis (Kommunistische Partei, Black Panthers), Dennis Banks (American Indian Movement) und Laura Allende (Schwester von Salvador Allende) besuchten den Temple und hielten Gastpredigten. Im Jahr 1976 wurde Jones ein Platz in der Human Rights Commission angeboten, den er ablehnte, jedoch akzeptierte er einige Wochen sp\u00e4ter einen Posten in der City Housing Authority, wo er innerhalb weniger Monate Vorsitzender wurde.<a title=\"\" href=\"#_edn44\" name=\"_ednref44\">[44]<\/a><\/p>\n<p>Im inneren Kreis des Temple begann Jones indessen, graduell die Idee eines \u201erevolution\u00e4ren Selbstmords\u201c oder Massensuizids vorzustellen. Mehrere Male erw\u00e4hnte er spezifisch den Massensuizid der ungef\u00e4hr 1000 Juden von Masada, die sich (der Legende nach) in ihrer Burg in Israel lieber selbst t\u00f6teten, als den R\u00f6mern in H\u00e4nde zu fallen, welche die Burg belagerten und einnahmen. Sie stellten f\u00fcr Jones den Inbegriff von Mut und Opfer dar, um Unterwerfung zu vermeiden. Analog zum Konzept des \u201erevolution\u00e4ren Selbstmords\u201c, wie Black Panther-F\u00fchrer Huey Newton es gepr\u00e4gt hatte, wurde ein solcher Suizid als heroische Tat im Kampf um Gerechtigkeit dargestellt, die die Welt inspirieren und f\u00fcr immer in die Geschichte eingehen w\u00fcrde. Das generelle Mantra, das stets in anderen Worten verpackt wiederholt wurde, war, dass ein guter Sozialist den Tod nicht f\u00fcrchtet, sondern ihn f\u00fcr die gute Sache gerne in Kauf nimmt. Loyale Mitglieder sollten also nicht nur bereit sein, ihr Leben, sondern \u2013 wenn n\u00f6tig &#8211; auch ihren Tod dem Temple zu widmen, um auch andere darin zu best\u00e4rken, bis zum Tod gegen Unterdr\u00fcckung zu k\u00e4mpfen. Jones\u2018 Paranoia hatte nicht nur ihn, sondern auch immer mehr Temple-Mitglieder dazu gebracht, den \u00fcberwiegenden Teil der amerikanischen Gesellschaft als feindlich zu betrachten, als Gegner der \u201eguten Sache\u201c. &#8211; Im September 1975 stellte Jones die Bereitschaft seiner Anh\u00e4nger, ihm \u00fcberall hin zu folgen, auf morbide Weise auf die Probe: An einem Abend lud er alle Mitglieder des Planungskomitees auf ein Glas Wein ein. Jeder trank sein Glas aus, und als alle Gl\u00e4ser leer waren, teilte Jones mit, dass der Wein mit Gift versetzt worden sei. Es gebe kein Gegenmittel und alle w\u00fcrden innerhalb von 45 Minuten bis einer Stunde sterben. Nachdem die Zeit abgelaufen war, verk\u00fcndete Jones, dies sei ein Loyalit\u00e4tstest gewesen, den die Mitglieder bestanden h\u00e4tten: sie w\u00fcssten nun, dass sie auch bereit w\u00e4ren, in den Tod zu gehen. \u201eRevolution\u00e4re\u201c Szenarien und vor allem Akte, die Eindruck hinterlassen w\u00fcrden, begannen f\u00fcr Jones eine Rolle zu spielen: eine Kontaktaufnahme zu Muammar al Gaddafi wurde angedacht; intern wurde \u00fcber das Vergiften des Wasservorrates einer nicht spezifizierten Gro\u00dfstadt sinniert oder \u00fcber einen Massensuizid via Flugabsturz (nur mit Temple Mitgliedern an Bord: kein anderer sollte zu Schaden kommen). Ziel dieser \u00dcberlegungen war es, im Fall des Falles gegen die Regierung \u201ezur\u00fcckschlagen\u201c zu k\u00f6nnen, Feinde einzusch\u00fcchtern oder eben eine Tat zu begehen, welche in die Geschichtsb\u00fccher eingehen w\u00fcrde.<a title=\"\" href=\"#_edn45\" name=\"_ednref45\">[45]<\/a><\/p>\n<p>In dem mittlerweile etablierten Gelobten Land, Jonestown, schien es gut voranzugehen. Die Fortschritte waren zwar klein, aber best\u00e4ndig. Im Jahr 1977, als Jones die Siedlung als f\u00fcr die ersten hundert Einwohner bereit erachtete, waren schon ungef\u00e4hr 50 Temple Mitglieder vor Ort. Davon, selbsterhaltend zu sein (wie urspr\u00fcnglich geplant), war Jonestown jedoch noch weit entfernt. Im Mai desselben Jahres wurden jedoch nicht die vorgesehenen hundert, sondern gleich 500 bis 600 Temple-Mitglieder (was der urspr\u00fcnglich geplanten Gesamtpopulation entsprach) innerhalb weniger Wochen nach Guyana verfrachtet. Grund f\u00fcr die pl\u00f6tzliche Eile waren ein Zeitungsartikel, der Jones schwer belastete, sowie eine Sorgerechtsklage: Grace Stoen war vor Gericht gegangen, um ihren f\u00fcnfj\u00e4hrigen Sohn, John Victor Stoen (der h\u00f6chst wahrscheinlich Jones leiblicher Sohn war), aus Jonestown zur\u00fcck und in ihre Obhut zu bringen. Im August, wenige Wochen vor der Ver\u00f6ffentlichung eines ihn belastenden Artikels in der \u201eNew West\u201c-Zeitung, ging auch Jim Jones selbst nach Jonestown. Obwohl er seinen zur\u00fcckgebliebenen Anh\u00e4ngern und seiner Frau, die in seiner Abwesenheit den Temple \u00fcbernahm, mitteilte, dass es nur f\u00fcr kurze Zeit w\u00e4re, kam er nie mehr in die Vereinigten Staaten zur\u00fcck.<a title=\"\" href=\"#_edn46\" name=\"_ednref46\">[46]<\/a><\/p>\n<p><em>1.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Guyana &#8211; Jonestown<\/em><\/p>\n<p>Am 10. September 1973 war die Suche nach einem Ort f\u00fcr das versprochene Gelobte Land vom Leitungsgremium des Temple autorisiert worden. Schon am 8. Oktober stand er fest: Guyana in S\u00fcdamerika. Wegen der sozialistischen Regierung und der Nationalsprache Englisch war Guyana optimal, wegen der Isolation perfekt. Anfang Dezember besuchte Jones mit Tim Stoen und f\u00fcnf anderen das Land und trat in Kontakt mit der Regierung. Das guyanische Parlament stimmte dem Vorhaben schnell zu, und nur wenige Tage sp\u00e4ter wurde den Amerikanern das vorgesehene Grundst\u00fcck gezeigt. Komplett isoliert im guyanischen Dschungel war der Grund nur umst\u00e4ndlich erreichbar. Man musste entweder mit einem Flugzeug zum nahe gelegenen Flugfeld fliegen, oder man reiste per Schiff 24 Stunden lang den Fluss entlang in den gleichen Ort, Port Kaituma. Von dort musste man dann noch ungef\u00e4hr eine Dreiviertelstunde bis Stunde mit dem Auto fahren. Als Jones der Ort gezeigt wurde, entsprach er genau seinen Vorstellungen. Auf die Frage hin wie die Siedlung genannt werden w\u00fcrde, gab es kein gro\u00dfes Z\u00f6gern: Jonestown.<a title=\"\" href=\"#_edn47\" name=\"_ednref47\">[47]<\/a><\/p>\n<p>Schon drei Monate sp\u00e4ter, im M\u00e4rz 1974, entsandte Jones sechs Mitglieder, die mit Landwirtschaft Erfahrung hatten, nach Guyana, um die noch sehr verwilderte kleine Fl\u00e4che auszuweiten und vorzubereiten. Der Dschungel stellte sich jedoch als fast nicht zu \u00fcberwindende Barriere heraus, was die Pl\u00e4ne beachtlich verz\u00f6gerte. Im Herbst entsandte Jones zus\u00e4tzliche Arbeitskr\u00e4fte, die neben den urspr\u00fcnglichen und angeheuerten Hilfskr\u00e4ften den Aufbau ankurbeln sollten. In der Zwischenzeit wurde ein lokaler Temple- Sitz in Georgetown, der Hauptstadt Guyanas, eingerichtet.<a title=\"\" href=\"#_edn48\" name=\"_ednref48\">[48]<\/a><\/p>\n<p>Jonestown wurde schrittweise aufgebaut und immer dem aktuellen Bedarf der Siedler angepasst. Doch als im Mai 1977 in kurzer Zeit hunderte an Neuzug\u00e4ngen auftauchten, wurden Unterk\u00fcnfte ein Problem. Jones war besessen davon, der Welt zu zeigen, dass er noch immer an der Macht war, und wollte somit jeden verf\u00fcgbaren Anh\u00e4nger um sich und bereit haben. Er wollte eine Masse an Menschen leiten. Dass so viele Menschen in so kurzer Zeit zu einem massiven Mangel an Unterk\u00fcnften und Essen f\u00fchrte, k\u00fcmmerte ihn nicht. Andere Arbeiten mussten vernachl\u00e4ssigt werden, um den Neuank\u00f6mmlingen schnell Behausungen zu bieten. Die H\u00e4user, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr je ungef\u00e4hr sechs Bewohner ausgelegt waren, wurden schnell auf das Doppelte und teils Dreifache \u00fcberf\u00fcllt. Nichtdestotrotz war der Gro\u00dfteil der Bewohner zun\u00e4chst zufrieden: es gab gutes Essen, jeden Abend setzten sich alle zusammen und es wurde gelacht, gesungen und getanzt. Als jedoch Jones wenig sp\u00e4ter ankam, \u00e4nderte sich alles drastisch.<a title=\"\" href=\"#_edn49\" name=\"_ednref49\">[49]<\/a><\/p>\n<p>\u00dcberzeugt, Kontrolle aus\u00fcben zu m\u00fcssen, f\u00fchrte Jones harte neue Regeln ein. Jeder Einkauf, egal wie gro\u00df oder klein, musste von ihm autorisiert, romantische Beziehungen und Trennungen von ihm best\u00e4tigt werden. Jeder Brief wurde ge\u00f6ffnet und zensiert oder vernichtet. Verschickte Briefe mussten Jonestown als das Paradies auf Erden preisen und durften keine kritische Information enthalten. Es wurde so gut wie m\u00f6glich gespart. Toilettenpapier war eine Seltenheit, man hatte pro Tag zwei Minuten verf\u00fcgbar, um sich zu duschen, und vor allem bei den Mahlzeiten gab es keine gro\u00dfe Vielfalt an Speisen beziehungsweise Zutaten. Eigentum von Mitgliedern wurde bei Ankunft konfisziert und bis auf das aller N\u00f6tigste verkauft, oder verwendet, um Bedarf von anderen zu decken. In den besten Monaten gab es nur ein finanzielles Defizit von 150 000 US-Dollar. Die Konten mit Temple-Geldern, zu denen nur Jones und engste Vertraute Zugang hatten, wurden f\u00fcr die Mitglieder nie anger\u00fchrt. Auch neue Strafen bei Vergehen wurden eingesetzt: Jetzt wurden Mitglieder nicht mehr nur geschlagen oder gedem\u00fctigt, sondern mussten zur \u201eLearning Crew\u201c: Regelbrecher mussten separat essen und schlafen, sich \u00fcberallhin im Laufschritt bewegen und niemand durfte mit ihnen sprechen oder sie auch nur ansehen. Der Einzige, der bestimmen konnte, wann die Bestrafung abgebrochen wurde, war Jones. Im Jahr 1978 wurden suspekte Mitglieder sogar eingesperrt und unter Drogen gesetzt. Auch n\u00e4chtliche Treffen wurden eingef\u00fchrt. Es musste sich jeden Abend jedes Mitglied im Hauptpavillon einfinden, um Jones bei seinen Reden zuzuh\u00f6ren. Dieser teilte dann seine verzerrte und erfundene Version von aktuellen Ereignissen in der Welt bis sp\u00e4t in die Nacht hinein mit, die die Mitglieder nat\u00fcrlich nicht \u00fcberpr\u00fcfen konnten. Selten gab es eine andere Form der Unterhaltung. Auch untertags liefen \u00fcber die auf das ganze Gel\u00e4nde verteilten Lautsprecher Tonb\u00e4nder von Jones\u2018 Reden. Normalerweise arbeiteten die Feldarbeiter, bis auf Sonntag, da nur halbtags, von sechs Uhr in der Fr\u00fch bis sechs Uhr am Abend. Mittlerweile war es fast unm\u00f6glich geworden, Jonestown zu entkommen. P\u00e4sse wurden den Bewohnern bei der Ankunft abgenommen, ihre R\u00fcckreise h\u00e4tten sie selbst finanzieren m\u00fcssen und durch den Dschungel zu entkommen war keine wirkliche Option. Nur sehr wenige schafften es je. Wenn es jemand bis nach Port Kaituma schaffte, war dort meistens Endstation. Boote fuhren nur unregelm\u00e4\u00dfig und Flugzeuge kamen nur sehr selten. Deserteure waren auch mit dem Problem konfrontiert, oft ihre gesamte Familie in Jonestown zu haben. Jeder war dazu aufgefordert, jeden auszuspionieren und m\u00f6gliche Vergehen zu melden und nur wenige wollten fliehen, da sie dann ihre Familie zur\u00fccklassen h\u00e4tten m\u00fcssen oder als Verr\u00e4ter angesehen worden w\u00e4ren.<a title=\"\" href=\"#_edn50\" name=\"_ednref50\">[50]<\/a><\/p>\n<p>Jones war schon drei Wochen in Guyana, als der bereits erw\u00e4hnte vernichtende Artikel in der August-Ausgabe der Zeitung \u201eNew West\u201c ver\u00f6ffentlicht wurde. In ihm berichteten die Reporter Marshall Kilduff und Phil Tracy von Jones politischen Man\u00f6vern, der Ausbeutung und dem Ausn\u00fctzen der Mitglieder durch ihn, von k\u00f6rperlicher Bestrafung und der Bel\u00e4stigung, der ausgetretene Mitglieder ausgesetzt waren. Wegen dieser Ver\u00f6ffentlichung wurde in Kalifornien eine Gruppe ins Leben gerufen: \u201eConcerned Relatives\u201c. Teil dieser Gruppe waren Ex-Mitglieder und, wie der Name schon sagt, besorgte Verwandte von Jonestown-Bewohnern. Separat von ihnen stellte Grace Stoen am 18. August 1977 vor Gericht einen Sorgerechtsantrag f\u00fcr ihren Sohn, der von Jones nach Jonestown gebracht worden war. Jones wurde vom Richter am 9. September vorgeladen. Da er nicht erschien, wurde Grace Stoen das Sorgerecht \u00fcbertragen und Jones dazu aufgefordert, John Stoen seiner Mutter vor Gericht zu \u00fcbergeben. In der ersten Septemberwoche war Grace Stoens Anwalt nach Georgetown geflogen, um den Prozess dorthin zu verlagern. Jones wurde abermals aufgefordert, mit dem Jungen vor Gericht zu erscheinen. Jones konnte den Beschluss nicht mehr so einfach wie vorher ignorieren. Von seiner Panik und Paranoia getrieben, inszenierte er erstmals, was sp\u00e4ter als \u201eWei\u00dfe Nacht\u201c bezeichnet werden sollte: eine oft bis in die Morgenstunden dauernde Versammlung s\u00e4mtlicher Bewohner von Jonestown, die aufgrund einer vermeintlich existenzbedrohenden Krise einberufen wurde. Am 7. September ging er einen Schritt weiter: Er verk\u00fcndete seinen Anh\u00e4ngern, dass \u201eFeinde\u201c \u2013 entweder das Milit\u00e4r und\/oder von Tim Stoen gedungene S\u00f6ldner &#8211; unterwegs seien, um nicht nur John Stoen, sondern alle Kinder aus Jonestown fort zu holen. Im Dschungel rings um Jonestown fielen Sch\u00fcsse, und um die vermuteten Angreifer abzuwehren, bewaffneten die Bewohner sich mit Macheten und allem, was als Waffe dienen konnte, um Jonestown zu verteidigen. Diese \u201eBelagerung\u201c dauerte volle sechs Tage, und sie wurde weit \u00fcber Jonestown hinaus f\u00fcr real gehalten: B\u00fcrgerrechtler, darunter Angela Davis, schickten via Funk Botschaften, in dem sie sich mit dem Kampf der Leute von Jonestown solidarisierten. \u2013 Dass die \u201eBelagerung\u201c nicht real, sondern von Jones inszeniert war, sollten die meisten von ihnen nie erfahren.<\/p>\n<p>Da Jones nicht zu seinem Gerichtstermin erschienen war, wurde am 10. September ein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt.<a title=\"\" href=\"#_edn51\" name=\"_ednref51\">[51]<\/a><\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfig besuchten guyanische Inspektoren Jonestown, um die Fortschritte zu \u00fcberpr\u00fcfen. Jones begr\u00fc\u00dfte diese Besuche immer, da er in ihnen die perfekte M\u00f6glichkeit sah, die Siedlung in ihrem besten Licht dastehen zu lassen. Wen er jedoch ungern sah, waren Inspektoren der amerikanischen Botschaft. Jedes Mal wurden sie von der Gesamtheit der Siedler wie Feinde behandelt, vor allem als sie im Sp\u00e4therbst 1977 immer h\u00e4ufiger kamen. Die Beschwerden der \u201eConcerned Relatives\u201c hatten Wirkung gezeigt. Dennoch kehrten alle dieser Inspektoren mit einem positiven Eindruck zur\u00fcck und teilten diesen auch der amerikanischen Regierung mit. Nach einiger Zeit wurden die Beschwerden nur mehr aus Routine weitergeleitet. Kongressabgeordneter Leo Ryan war der einzige, der die Initiative ergreifen wollte, um der Sache auf den Grund zu gehen und um John Stoen seiner Mutter zur\u00fcckzubringen.<a title=\"\" href=\"#_edn52\" name=\"_ednref52\">[52]<\/a><\/p>\n<p>Im Oktober 1977 war Marceline Jones nach Jonestown gekommen. Ihr Einfluss konnte Jones jedoch nicht abhalten, erneute \u201eWei\u00dfe N\u00e4chte\u201c durchzuf\u00fchren. Am 16.Februar 1978 wurde ein erneuter Suizid- Probelauf, wie schon in Redwood Valley einige Jahre vorher, durchgef\u00fchrt. Wer protestierte, wurde gezwungen, das angeblich mit Gift versetzte Getr\u00e4nk, das an alle ausgegeben wurde, zuerst zu trinken \u2013 was weitere Proteste rasch verstummen lie\u00df. Einige, denen der Tod offenbar lieber gewesen w\u00e4re als ein Weiterleben in Jonestown, sagten sp\u00e4ter, dass sie sogar entt\u00e4uscht waren, kein echtes Gift bekommen zu haben. Edith Roller, ein Mitglied, schreibt in einem Tagebucheintrag:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIn a way, a great many of the seniors said that they were grateful to die. They had suffered so much. I think many people regretted that they weren\u2019t going to die. In a way, I too, regretted that I was not going to be off learning crew. Back to the sound and fury of life.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn53\" name=\"_ednref53\">[53]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Jones hatte seine Best\u00e4tigung: seine Anh\u00e4nger w\u00fcrden widerspruchslos f\u00fcr ihn sterben.<a title=\"\" href=\"#_edn54\" name=\"_ednref54\">[54]<\/a><\/p>\n<p>Am 14. M\u00e4rz 1978 sendete ein Mitglied mit Jones Best\u00e4tigung einen Brief an die amerikanische Regierung, dass sie genug von den amerikanischen Inspektoren h\u00e4tten. Sie h\u00e4tten ein fundamentales Recht, ihren Glauben auszu\u00fcben, und wenn die Regierung nicht aufh\u00f6ren w\u00fcrde, Abgesandte zu schicken, w\u00e4re es besser zu sterben, als sich dieser konstanten Bel\u00e4stigung auszusetzen. Eine offizielle Drohung war ausgesprochen worden. Die Regierung wusste nun aus diesem Brief und sp\u00e4ter durch die Jonestown-Deserteurin Deborah Layton von Jones Pl\u00e4nen, nahm diese jedoch nicht ernst und zweifelte daran, dass sie umgesetzt w\u00fcrden. In Jonestown wurde der Ausgang gesperrt.<a title=\"\" href=\"#_edn55\" name=\"_ednref55\">[55]<\/a><\/p>\n<p>Am 1. November teilte Leo Ryan Jones sein Vorhaben, Jonestown zu besuchen, mit. Jones wurde panisch. Ihm war um circa dieselbe Zeit mitgeteilt worden, dass jegliche Chance darauf, Jonestown so weiterzuf\u00fchren wie bislang, aussichtslos war und es keine M\u00f6glichkeit gab, in der nahen Zukunft v\u00f6llig autark zu werden. Obwohl Ryan erwartete abgewiesen zu werden, flog er am 14. November mit zwei Mitarbeitern, neun Medienreportern und einigen Mitgliedern der \u201eConcerned Relatives\u201c nach Guyana.<a title=\"\" href=\"#_edn56\" name=\"_ednref56\">[56]<\/a><\/p>\n<p>Am Freitag, dem 17.November<a title=\"\" href=\"#_edn56\" name=\"_ednref56\">[57]<\/a> flog Ryan mit seiner Entourage nach Port Kaituma. Alle, bis auf einen Reporter, durften wider Erwarten das auf Hochglanz polierte Jonestown betreten. Auf den ersten Blick schien dort nichts den Vorw\u00fcrfen zu entsprechen. Erst am Abend, w\u00e4hrend der Feierlichkeiten zu Ehren des Besuches, konnten einige davon best\u00e4tigt werden, als ein Temple-Mitglied, Vernon Gosney, einem Reporter einen Zettel zusteckte, auf dem er ihn bat, ihn und eine Freundin aus Jonestown weg zu bringen. Ryan versprach, dies am n\u00e4chsten Tag zu tun. Nur Ryan und ein anderer Diplomat durften in dieser Nacht in Jonestown \u00fcbernachten. Sobald am n\u00e4chsten Tag die Reporter ankamen, wurden die Besucher auf einer Besichtigungstour durch Jonestown gef\u00fchrt. Als Jones am Nachmittag seinen ersten Auftritt des Tages machte, wurde ihm mitgeteilt, dass noch mehr Siedler Jonestown verlassen wollten. Mittlerweile waren es 15. Da das Flugzeug, mit dem Ryan angekommen war, nur 19 Pl\u00e4tze hatte, wurde ein zweites angefragt. Obwohl die 15 Personen weniger als zwei Prozent der Bewohner Jonestowns ausmachten, sah Jones in ihrem Wunsch zu gehen einen tiefen pers\u00f6nlichen Verrat. Als alle bereit waren, nach Port Kaituma aufzubrechen, kam es zu einer Messerattacke auf Ryan, die jedoch von anderen Temple-Mitgliedern, die dem T\u00e4ter das Messer entwenden konnten, vereitelt wurde. Ryan fuhr mit dem Rest zum Flugplatz, von einem Auto mit acht bewaffneten M\u00e4nnern an Bord verfolgt. In Georgetown wurde die Peoples Temple Zentrale angerufen.<a title=\"\" href=\"#_edn58\" name=\"_ednref58\">[58]<\/a> Jones Botschaft lautete: \u201eYou\u2019re going to meet Mr. Frazier\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn59\" name=\"_ednref59\">[59]<\/a>, Code f\u00fcr \u201ejeder wird sterben\u201c.<a title=\"\" href=\"#_edn60\" name=\"_ednref60\">[60]<\/a><\/p>\n<p>In Port Kaituma stand man vor einem Problem: die beiden Flugzeuge hatten gemeinsam nur 24 Sitze f\u00fcr 33 Leute. W\u00e4hrend diskutiert wurde, wer zur\u00fcckbleiben w\u00fcrde, er\u00f6ffneten Larry Layton, der sich als Deserteur ausgegeben hatte, und die acht gesandten Mitglieder das Feuer auf Ryan, die Reporter und die Fliehenden. Ryan, drei Reporter und ein Ex-Mitglied starben an Schusswunden.<a title=\"\" href=\"#_edn61\" name=\"_ednref61\">[61]<\/a> Acht andere wurden schwer verletzt.<a title=\"\" href=\"#_edn62\" name=\"_ednref62\">[62]<\/a><\/p>\n<p>In Jonestown wurden alle in den Pavillon gerufen. Jones verk\u00fcndete, dass wegen einem Anschlag auf Ryan am Flugplatz die Feinde des Peoples Temple bald mit Schusswaffen und Fallschirmspringern kommen w\u00fcrden. Die einzige L\u00f6sung, um die Kinder vor Versklavung und die Senioren vor Abschlachtung zu besch\u00fctzen, w\u00e4re also, eine revolution\u00e4re Tat zu begehen.<a title=\"\" href=\"#_edn63\" name=\"_ednref63\">[63]<\/a><\/p>\n<p>Das Krankenpersonal betrat die B\u00fchne mit Armen voller Spritzen. Die Kleinkinder, Kinder und Jugendlichen kamen zuerst dran. Eltern, die mit ihren Kindern sterben wollten, wurden aufgerufen, sich mit ihnen anzustellen. Die Krankenschwestern begannen, das Gift, eine Mischung aus Flavor Aid, Beruhigungsmitteln und Zyankali, durch die Spritzen in die M\u00fcnder der Kinder zu spritzen. Gegen sechs Uhr am Abend waren mehr als 200 Kinder tot, und die Erwachsenen waren an der Reihe, das Gift aus einem Getr\u00e4nkespender zu sich zu nehmen. Es gab vereinzelten Widerstand, der jedoch im Keim erstickt wurde. Jeder, der sich weigerte, wurde von bewaffneten Wachen weitergedr\u00e4ngt. Man hatte nur noch die Wahl, ob man das Gift selber zu sich nahm oder ob es einem unfreiwillig injiziert wurde. Die meisten hatten ihr Schicksal schon akzeptiert. Die letzten aufgenommen Worte von Reverend James Warren Jones waren:<a title=\"\" href=\"#_edn64\" name=\"_ednref64\">[64]<\/a><\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir werden anderen ein Beispiel geben\u2026 wir geben\u2026 eintausend Leute, die gesagt haben, so wie die Welt ist, wollen wir sie nicht. Nehmt unser Leben von uns. Wir haben es hingegeben. Wir waren es leid. Wir haben nicht Selbstmord begangen, wir haben einen Akt des revolution\u00e4ren Selbstmords vollbracht, um gegen die inhumanen Bedingungen in der Welt zu protestieren.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn65\" name=\"_ednref65\">[65]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Gegen neun Uhr abends am 18. November 1978 war es still in Jonestown.<a title=\"\" href=\"#_edn66\" name=\"_ednref66\">[66]<\/a><\/p>\n<p><em>1.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Folgen<\/em><\/p>\n<p>Die amerikanische Regierung bekam gegen Samstag 21 Uhr die erste Nachricht, dass etwas passiert war, es war jedoch zun\u00e4chst lediglich von einem Angriff auf Ryan die Rede. Am n\u00e4chsten Tag wurde sein Tod best\u00e4tigt. Daraufhin stellte sich die Frage: Was war in Jonestown passiert? Wie viele Tote gab es? Sonntag fr\u00fch kam die Guyana Defence Force in Jonestown an und entdeckte die Toten. Schon nach so kurzer Zeit hatte die Verwesung eingesetzt, sodass niemand sagen konnte, wie viele Leichen vor Ort waren. Sch\u00e4tzungen beliefen sich auf 200 bis 300 Tote. \u00dcber die n\u00e4chsten Tage ver\u00e4nderte sich die Zahl konstant. Am Anfang glaubte man an 383 Opfer, dann 408. Dann wurde entdeckt, dass es mehrere Schichten von Leichen gab. Die Zahl wuchs auf 700, dann 780, und schlie\u00dflich auf 909 an. Die endg\u00fcltige Anzahl von 918 Todesopfern setzt sich aus den 909 Toten in Jonestown, den f\u00fcnf Get\u00f6teten in Port Kaituma und vier Temple-Mitgliedern zusammen, die in Georgetown auf Jones\u2018 Anweisung hin den Tod gefunden hatten<a title=\"\" href=\"#_edn67\" name=\"_ednref67\">[67]<\/a>.<a title=\"\" href=\"#_edn68\" name=\"_ednref68\">[68]<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der n\u00e4chsten vier Monate versuchten die Beh\u00f6rden, alle Toten zu identifizieren. 409 davon konnten nie genau zugeordnet werden, darunter zwei Drittel der Kinder. Nach einer langen Suche nach einem Friedhof, der bereit war, die Toten angemessen zu bestatten, wurden die Leichen der Temple-Mitglieder zusammen mit denen von Marceline Jones und deren Kindern Lew und Agnes am 11. Mai 1979 in Oakland in einem Massengrab beigesetzt. Jim Jones\u2018 K\u00f6rper wurde einge\u00e4schert.<a title=\"\" href=\"#_edn69\" name=\"_ednref69\">[69]<\/a><\/p>\n<p>Die guyanische und amerikanische Regierung standen unter Druck, einen S\u00fcndenbock zu finden. Nach einigen Prozessen wurden Chuck Beikman, der bei den Toten in Georgetown mit einem Messer in der Hand gefunden worden war, und Larry Layton, einer der Sch\u00fctzen in Port Kaituma, f\u00fcr f\u00fcnf und 18 Jahre inhaftiert.<a title=\"\" href=\"#_edn70\" name=\"_ednref70\">[70]<\/a><\/p>\n<p>Einige Temple-Mitglieder versuchten zun\u00e4chst, den Peoples Temple in San Francisco gem\u00e4\u00df seiner urspr\u00fcnglichen Mission aufrechtzuerhalten, doch schlie\u00dflich kam man von diesem Plan ab. Am 26. Januar 1979 wurde der Peoples Temple offiziell aufgel\u00f6st.<a title=\"\" href=\"#_edn71\" name=\"_ednref71\">[71]<\/a><\/p>\n<p><strong>2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sekten<\/strong><\/p>\n<p>Um zu verstehen, wie es zu der Macht von Jim Jones \u00fcber den Peoples Temple und somit zu den fatalen Ereignissen im November 1978 kommen konnte, m\u00fcssen zuerst der Terminus \u201eSekte\u201c und dessen Auspr\u00e4gungen erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p><em>2.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Definition<\/em><\/p>\n<p>Eine Sekte wird definiert als<\/p>\n<blockquote><p>\u201eeine kleinere Glaubensgemeinschaft, die sich von einer gr\u00f6\u00dferen Religionsgemeinschaft, einer Kirche, abgespalten hat, weil sie andere Positionen als die urspr\u00fcngliche Gemeinschaft betont, hervorhebt\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn72\" name=\"_ednref72\">[72]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>oder eine<\/p>\n<blockquote><p>\u201ekleinere Gemeinschaft, die in meist radikaler, einseitiger Weise bestimmte Ideologien oder religions\u00e4hnliche Grunds\u00e4tze vertritt, die nicht den ethischen Grundwerten der Gesellschaft entsprechen\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn73\" name=\"_ednref73\">[73]<\/a>.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sekten kennzeichnen sich dadurch, sich nach au\u00dfen hin stark abzugrenzen, sogar von Familie und Freunden, aber vor allem von Andersdenkenden. Es existiert grunds\u00e4tzlich eine autorit\u00e4re F\u00fchrung durch eine F\u00fchrerfigur, die unter keinen Umst\u00e4nden angezweifelt oder hinterfragt werden darf und die Anspruch auf den Besitz von absoluten Lehren, Methoden und Wahrheiten erhebt. Es gibt eine starke Informationskontrolle, die zu hierarchischen Strukturen innerhalb der Glaubensgemeinschaft und einem gewissen Elitebewusstsein f\u00fchrt. Den Mitgliedern wird etwas Bestimmtes versprochen, sei es die L\u00f6sung aller Probleme, das Versprechen auf Heilung oder das Versprechen auf Erl\u00f6sung. Gleichzeitig jedoch werden bei ausbleibendem Erfolg Angst, Schuld und Scham induziert und Strafen angedroht. Die Mitglieder werden au\u00dferdem zu einer Bewusstseins\u00e4nderung konditioniert und beispielsweise durch Meditation, Trancetechniken, teilweise Schlafentzug und der endlosen Wiederholung von Mantras und Leits\u00e4tzen beeinflusst, ihr Bewusstsein auf die Gruppe und deren W\u00fcnsche und Ziele zu beschr\u00e4nken. Kritische \u00dcberlegungen werden dabei bestraft und das alte Wertesystem kontinuierlich ersetzt. Zus\u00e4tzlich f\u00fchren manchmal \u201eTaufen\u201c und eine neue Namensgebung zum Entwickeln einer neuen Identit\u00e4t der Mitglieder. Des Weiteren werden die Beteiligten durch Einsammeln von Bargeld, Dokumenten und Frondiensten und dem Einsatz als Arbeitskr\u00e4fte ausgebeutet und materiell abh\u00e4ngig gemacht. Milieukontrolle, Intransparenz, Schwarz-Wei\u00df-Denken, Simplifizierung des Weltbildes, Sex-Appeal, \u00dcberreglementierung, Disziplin und Verschw\u00f6rungsdenken sind weitere Merkmale.<a title=\"\" href=\"#_edn74\" name=\"_ednref74\">[74]<\/a><\/p>\n<p><em>2.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Unterkategorien<\/em><\/p>\n<p>Es gibt diverse Unterklassen von Sekten. Sekten werden auch oft destruktive Kulte genannt, wenn sie den Handlungsspielraum, den freien Willen und die Menschenw\u00fcrde der Anh\u00e4nger immer mehr einschr\u00e4nken:<a title=\"\" href=\"#_edn75\" name=\"_ednref75\">[75]<\/a><\/p>\n<p>Christliche Sekten basieren ihren Glauben grunds\u00e4tzlich auf der Bibel, \u00fcben dabei aber besondere, strenge Auslegungen aus, wie zum Beispiel die Zeugen Jehovas oder die Neuapostolische Kirche.<a title=\"\" href=\"#_edn76\" name=\"_ednref76\">[76]<\/a><\/p>\n<p>Extremistische religi\u00f6se Gruppen sind:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eRadikalisierte ultraorthodoxe Untergruppen gro\u00dfer Weltreligionen, die eine scheinbar besonders reine, urspr\u00fcngliche Form des Glaubens zu vertreten meinen. Sie lehnen jede S\u00e4kularisierung ab und bef\u00fcrworten Gewalt, um einen Gottesstaat zu errichten.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn77\" name=\"_ednref77\">[77]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Beispiele daf\u00fcr sind die Taliban, der Islamische Staat, Boko Haram<a title=\"\" href=\"#_edn78\" name=\"_ednref78\">[78]<\/a> und Lev Tahor<a title=\"\" href=\"#_edn79\" name=\"_ednref79\">[79]<\/a>.<a title=\"\" href=\"#_edn80\" name=\"_ednref80\">[80]<\/a><\/p>\n<p>Kapitalistisch-hedonistische Kulte haben als Ziel das Ansammeln von so viel Reichtum, Status, Macht und monet\u00e4rem Gewinn wie m\u00f6glich und die daraus folgende Erf\u00fcllung hedonistischer W\u00fcnsche. Charismatische F\u00fchrer versprechen dabei Luxus, unfehlbare Gesch\u00e4ftsmodelle und schnelle Kicks und verbinden die Anh\u00e4nger durch \u201estrenge Regeln, Unterwerfungsrituale und Belohnungen\u201c.<a title=\"\" href=\"#_edn81\" name=\"_ednref81\">[81]<\/a> Z.B.: Dr\u00fcckerkolonnen, manche Investmentbanker-Kreise, Schneeballsystem-Werber.<a title=\"\" href=\"#_edn82\" name=\"_ednref82\">[82]<\/a><\/p>\n<p>Neuoffenbarungsbewegungen sind \u201eGruppierungen, in denen eine auserw\u00e4hlte Person Botschaften, Visionen und Anweisungen direkt von Gott empf\u00e4ngt.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn83\" name=\"_ednref83\"><\/a> Wie z.B.: Mormonen, Jakob Lorber, Mun-Bewegung, Universelles Leben<a title=\"\" href=\"#_edn84\" name=\"_ednref84\">[84]<\/a>, Emmanuel Swedenborg.<a title=\"\" href=\"#_edn85\" name=\"_ednref85\">[85]<\/a><\/p>\n<p>Politsekten predigen apokalyptische Visionen und den globalen Zusammenbruch unserer Welt, f\u00fchren Hasstiraden gegen alles Alteingesessene und haben als einziges Ideal ihre Weltanschauung und Ideen, wie etwa die LaRouche-Bewegung und Rotes Forum<a title=\"\" href=\"#_edn86\" name=\"_ednref86\">[86]<\/a>.<a title=\"\" href=\"#_edn87\" name=\"_ednref87\">[87]<\/a><\/p>\n<p>Psychogruppen haben als Hauptziel, pseudowissenschaftliche \u201ePsychotechniken\u201c zu lernen und anzuwenden, um das geistige Potenzial zu optimieren, \u00fcbernat\u00fcrliche F\u00e4higkeiten zu entwickeln und andauernde Gesundheit zu besitzen. Die besten Repr\u00e4sentanten dieser Gruppe sind Scientology, Ramtha und Landmark Worldwide<a title=\"\" href=\"#_edn88\" name=\"_ednref88\">[88]<\/a>.<a title=\"\" href=\"#_edn89\" name=\"_ednref89\">[89]<\/a><\/p>\n<p>Spiritualisten\/Spiritisten \u201eempfangen mittels Medium \u2013 des eigentlichen Sektenf\u00fchrers \u2013 Botschaften von Jenseitigen, die h\u00e4ufig als die wahren geistigen F\u00fchrer angesehen werden.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn90\" name=\"_ednref90\">[90]<\/a>, wie z.B.: Bruno-Gr\u00f6ning-Freundeskreis, Kardecismus<a title=\"\" href=\"#_edn91\" name=\"_ednref91\">[91]<\/a><a title=\"\" href=\"#_edn92\" name=\"_ednref92\">[92]<\/a><\/p>\n<p>Es gibt dar\u00fcber hinaus eine praktisch unbegrenzte Anzahl anderer Mischgruppen, die sich der Lehren der obig genannten Gruppierungen bedienen und sie in Form von diversen esoterischen Lehren, Naturreligionen, Geheimkulten und v\u00f6lkisch-rassistischen Anschauungen widerspiegeln.<a title=\"\" href=\"#_edn93\" name=\"_ednref93\">[93]<\/a><\/p>\n<p>Der Peoples Temple w\u00e4re am ehesten als eine Mischung aus Politsekte, Psychogruppe und Spiritualisten zu bezeichnen, da er Elemente aus allen diesen destruktiven Kulten aufweist und sich in seinen sp\u00e4teren Lehren zum Beispiel auch an Scientology orientiert hat. Erstaunlich ist jedoch, dass der Peoples Temple erst nach dem 18. November 1978, mit Ausnahme einiger kritischer Presseartikel, als Sekte bezeichnet wurde. Nach au\u00dfen hin war der Temple nur f\u00fcr sein soziales Engagement bekannt, die inneren Strukturen waren der \u00d6ffentlichkeit verborgen.<a title=\"\" href=\"#_edn94\" name=\"_ednref94\">[94]<\/a><\/p>\n<p><em>2.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Manipulationstechniken des Peoples Temple<\/em><\/p>\n<p>Sekten wenden in ihrem Bestreben, neue Mitglieder zu gewinnen und zu binden, geschickte sozialpsychologische Tricks an, so auch der Peoples Temple.<\/p>\n<p>Der wohl offensichtlichste ist das sogenannte \u201eLovebombing\u201c, bei dem den Neuzug\u00e4ngen besonders viel Liebe, Lob, Aufmerksamkeit und Zuneigung zuteilwird, durch die sie sich dann in die gef\u00fchlte Abh\u00e4ngigkeit und Schuld der Gruppe stellen.<a title=\"\" href=\"#_edn95\" name=\"_ednref95\">[95]<\/a><\/p>\n<p>Das dadurch entstehende Reziprozit\u00e4tsgesetz f\u00f6rdert dann umso mehr das Verlangen, etwas an die anderen Mitglieder zur\u00fcckzugeben und f\u00fchrt in Folge zu immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Gegenleistungen sowie zu der von Psychologen sogenannten \u201eFoot-in-the-door-Technik\u201c, dem kontinuierliche Ver\u00e4ndern der Gewohnheiten und Normen, bis sie zu den eigenen werden.<a title=\"\" href=\"#_edn96\" name=\"_ednref96\">[96]<\/a><\/p>\n<p>Zielgruppe dieser \u201eLovebombings\u201c sind haupts\u00e4chlich einsame junge Menschen, deren soziale Kompetenz etwas eingeschr\u00e4nkt ist und die auf so viel Zuneigung sofort ansprechen. Oft ist der klassische Typus auch sehr sch\u00fcchtern oder unsicher und sucht nach Anerkennung. Mit dem normalerweise komplett durchstrukturierten Wochenprogramm der Gruppen werden diese Mitglieder gut eingebunden und f\u00fchlen sich der Gruppe sehr schnell zugeh\u00f6rig. Deborah Layton, ein ehemaliges Mitglied des Peoples Temple, berichtet, dass sie sich von ihrer Mutter nicht geliebt f\u00fchlte und st\u00e4ndig die Anerkennung ihres Vaters suchte. Da sie von ihrer Familie mit fortschreitendem Alter immer weniger Aufmerksamkeit bekam, griff sie zu immer extremeren Ma\u00dfnahmen und Trotzhandlungen, um diese zu bekommen. Im Teenageralter f\u00fchlte sie sich so geringsch\u00e4tzt, dass sie die Schule schw\u00e4nzte, schlechte Noten schrieb, regelm\u00e4\u00dfig exzessiv leichte und harte Drogen sowie Alkohol konsumierte und sogar versuchte, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Der Peoples Temple bot ihr dann ein Refugium, wo \u201eFather\u201c sie wie seine eigene Tochter behandelte und wo eine Gruppe von Leuten aus komplett verschiedenen sozialen Schichten ihr Bewunderung und Anerkennung entgegenbrachten. Jones gab jedem mit Komplimenten, Lob und Schmeicheleien das Gef\u00fchl, gewollt, wichtig und akzeptiert zu sein.<a title=\"\" href=\"#_edn97\" name=\"_ednref97\">[97]<\/a><\/p>\n<blockquote><p>\u201eEr vermittelte uns das Gef\u00fchl, wichtig zu sein, und wir \u00fcberlie\u00dfen ihm daf\u00fcr unseren freien Willen\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn98\" name=\"_ednref98\">[98]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Deborah hatte zum ersten Mal das Gef\u00fchl, eine richtige Familie zu haben.<a title=\"\" href=\"#_edn99\" name=\"_ednref99\">[99]<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr kranke oder gebrechliche Menschen war vor allem das Versprechen der Heilung k\u00f6rperlicher Gebrechen attraktiv.<a title=\"\" href=\"#_edn100\" name=\"_ednref100\">[100]<\/a> Durch Scheinheilungen in seinen Gottesdiensten sicherte sich Jim Jones so die Anh\u00e4ngerschaft vieler Menschen. Er schien alles f\u00fcr die Gemeinde zu geben und sich nie Zeit f\u00fcr sich selber zu nehmen. <a title=\"\" href=\"#_edn101\" name=\"_ednref101\">[101]<\/a><\/p>\n<p>Ein weiterer Grundstein zum \u00dcberzeugen der Massen ist das \u201egegen den Strom schwimmen\u201c, das Vertreten von Meinungen, die von denen der breiten Masse abweichen und die Kritik an der Gesellschaft. Diese Gemeinschaften sprechen dann ein Publikum an, das von sozialen Geschehnissen der Gegenwart betroffen ist. Der Peoples Temple hat in dem Fall die Ungleichheit der Ethnien und das Ausgrenzen der Unterschicht kritisiert und aktiv bek\u00e4mpft. Jim Jones versprach Mitgliedern, ihren Platz in der Welt (beim Peoples Temple) zu finden. Aber auch die tats\u00e4chliche Verbesserung ihrer Lebensumst\u00e4nde \u2013 etwa durch Wohn-, Arbeits- und Ausbildungsm\u00f6glichkeiten \u2013 war vor allem f\u00fcr Afroamerikaner ein wesentlicher Grund, sich dem Temple anzuschlie\u00dfen. Zweifelhafte Lehren, denen man eventuell nicht unbedingt zustimmte, wurden dann oft f\u00fcr ein Leben unter besseren Umst\u00e4nden in Kauf genommen.<a title=\"\" href=\"#_edn102\" name=\"_ednref102\">[102]<\/a><\/p>\n<p>Jim Jones predigte stets den Untergang der Welt in Form eines alles-vernichtenden Atomkriegs. J\u00fcngere Mitglieder unterliefen paramilit\u00e4rischem Training, \u00fcbten sich im Orientierungslauf, lernten Guerillataktiken und trainierten, unter extremen Bedingungen zu \u00fcberleben, um sich auf die Welt nach dem Atomkrieg vorzubereiten. Jones versprach ihnen, dass, sobald diese Zeit gekommen w\u00e4re, der Peoples Temple daf\u00fcr zust\u00e4ndig sein werde, die Welt wiederaufzubauen und zu leiten.<a title=\"\" href=\"#_edn103\" name=\"_ednref103\">[103]<\/a><\/p>\n<p>K\u00f6rperliche Bestrafungen waren dem Peoples Temple nicht fremd. Sobald man eine Verfehlung beging, wurde man \u00f6ffentlich, physisch wie psychisch, gez\u00fcchtigt. Im Anschluss kam Jim Jones dann oft privat zu den Opfern, um ihnen beschwichtigend sagen, dass er es nicht zum Schlimmsten h\u00e4tte kommen lassen \u2013 und dass er nat\u00fcrlich h\u00e4tte eingreifen k\u00f6nnen, aber er d\u00fcrfe ja nicht zeigen, dass er Lieblinge habe.<a title=\"\" href=\"#_edn104\" name=\"_ednref104\">[104]<\/a><\/p>\n<p>Jim Jones lehrte die Existenz des Jenseits und dass er selbst \u201evon ganz oben [gekommen w\u00e4re] um hier Seelen zusammenzubringen, die bereit sind, zur n\u00e4chsten Stufe aufzusteigen.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn105\" name=\"_ednref105\">[105]<\/a> Es gebe unterschiedliche Entwicklungs- und Erleuchtungsstufen, die durch fortw\u00e4hrende Reinkarnation immer h\u00f6her aufsteigen w\u00fcrden, die man aber nur erreichen k\u00f6nne, wenn man sich der Wahrheit verpflichte. Er selbst meinte, er sei die Reinkarnation von Jesus, Bab ed-Din und Lenin und k\u00f6nne durch die ihm dadurch gegebene Kraft den Mitgliedern zur jeweils n\u00e4chsten Stufe verhelfen &#8211; aber nat\u00fcrlich nur, wenn sie t\u00e4ten, was er von ihnen wollte. Wenn sie seinen W\u00fcnschen nicht nachk\u00e4men oder gar aus dem Temple austreten wollten, werde das der Gemeinde schlechtes Karma bringen: die Mitglieder w\u00fcrden als niedrige Lebensformen wiedergeboren werden und 100 000 Jahre brauchen, um zu ihren derzeitigen Entwicklungsstand zur\u00fcckzukommen. Er verbuchte Geschehnisse im Leben der Mitglieder, von denen diese profitiert hatten, auf sein eigenes Konto und verkaufte sich selber als Gott, indem er sagte: \u201eIch bin kein Durchschnittsmensch. Ich bin hier auf Erden, um Gro\u00dfes f\u00fcr die Bed\u00fcrftigen zu tun. Ich bin hier, um g\u00f6ttliche Taten zu vollbringen, und ich brauche deine Hilfe.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn106\" name=\"_ednref106\">[106]<\/a> \u201eDu sollst keinen Gott haben neben mir.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn107\" name=\"_ednref107\">[107]<\/a> Niemand der Mitglieder sei weise genug, um seine Entscheidungen und Visionen zu verstehen, geschweige denn zu hinterfragen. Zweifel an ihm wurden als Zeichen von Egoismus, Eitelkeit und kapitalistischem Denken interpretiert. Es entwickelte sich ein extremer F\u00fchrerkult. Jones wurde von den Mitgliedern mit dem Pr\u00e4sidenten verglichen, Zeit mit ihm war kostbar und, unter vier Augen, heilig. Die Mitglieder taten alles, um ihm zu gefallen und seinen W\u00fcnschen entgegenzukommen.<a title=\"\" href=\"#_edn108\" name=\"_ednref108\">[108]<\/a><\/p>\n<p>Durch diese Autorit\u00e4t konnte er Regeln aufstellen und bestimmen wie er wollte. Er deklarierte, dass im Peoples Temple alle M\u00e4nner au\u00dfer ihm homosexuell seien und dass es keine \u201eechten\u201c Beziehungen jeglicher Art, seien sie famili\u00e4r, sexuell oder freundschaftlich zwischen Mitgliedern geben solle, nur platonische. Dadurch etablierte er sich zum \u201eeinzigen wahren Mann\u201c und somit Einzigem, dessen sexuelle Bed\u00fcrfnisse gerechtfertigt waren.<a title=\"\" href=\"#_edn109\" name=\"_ednref109\">[109]<\/a> Mit dieser Moral konnte er erfolgreich, ohne Konsequenzen, viele seiner Anh\u00e4nger, haupts\u00e4chlich Frauen, aber auch gelegentlich M\u00e4nner, sexuell bel\u00e4stigen, missbrauchen oder sogar vergewaltigen &#8211; obwohl erw\u00e4hnt werden muss, dass viele der Mitglieder willig mit ihm ins Bett stiegen. Einmalig hatte Jones Sex mit einer Minderj\u00e4hrigen, einem 14 Jahre alten M\u00e4dchen.<a title=\"\" href=\"#_edn110\" name=\"_ednref110\">[110]<\/a>Er schaffte es, den Opfern danach \u00fcberzeugend einzureden, dass dies nur zu deren Besten geschehen war, dass er ihnen damit helfen w\u00fcrde und dass es deren Schuld gewesen sei, dass es \u00fcberhaupt dazu gekommen war. Die Schweigepflicht bez\u00fcglich aller Interaktionen mit Jones verhinderte, dass die restlichen Mitglieder von diesen Verbrechen erfuhren.<a title=\"\" href=\"#_edn111\" name=\"_ednref111\">[111]<\/a><\/p>\n<p>Mitglieder wurden dazu aufgefordert, andere Mitglieder auszuspionieren, um ihre Treue zu beweisen, denn jeglicher Beweis von Zuneigung oder Liebe zu anderen Mitgliedern w\u00e4re ein Verrat an \u201eFather\u201c und der Loyalit\u00e4t zu ihm gewesen. Kameradschaft oder sogar Freundschaft waren, vor allem sp\u00e4ter in Jonestown, (strengstens) verboten.<a title=\"\" href=\"#_edn112\" name=\"_ednref112\">[112]<\/a><\/p>\n<p>Au\u00dferdem hingen immer Drohungen in der Luft. Ausgetretene Mitglieder hatten unerkl\u00e4rliche fatale Unf\u00e4lle oder verschwanden auf mysteri\u00f6se Weise. Einzelpersonen oder Familien, die bei einem Fluchtplan oder -versuch erwischt wurden, wurden festgehalten und so lange unter Beobachtung gestellt, bis sie wieder den n\u00f6tigen Anforderungen entsprachen. Oft passierten die beiden Szenarien auch nur wegen \u201enegativer Gedanken\u201c, die w\u00f6chentlich Jones gebeichtet werden mussten. Verpr\u00fcgelungen mit Holzbrettern und Gummischl\u00e4uchen,<a title=\"\" href=\"#_edn113\" name=\"_ednref113\">[113]<\/a> erzwungene Boxk\u00e4mpfeunter nicht treuen Mitgliedern<a title=\"\" href=\"#_edn114\" name=\"_ednref114\">[114]<\/a> und \u00f6ffentliches Blo\u00dfstellen und Z\u00fcchtigen waren immer gerechtfertigt, denn der Zweck heiligte die Mittel. Jones drohte Leuten, die sich in irgendeiner Weise schlecht \u00fcber den Peoples Temple \u00e4u\u00dferten, sie durch seine politischen Freunde und somit mithilfe des Staates aufzusp\u00fcren und zu vernichten. Au\u00dferdem lie\u00df er von seinen engsten Vertrauten zu jedem Mitglied sogenannte Erpressungsb\u00e4nder anfertigen. Die Mitglieder mussten auf ihnen die schlimmsten Verbrechen gestehen, ob sie sie begangen hatten oder nicht. Sie wurden sogar dazu gebracht, Gest\u00e4ndnisse von Kindesmissbrauch, Morden, geplantem Pr\u00e4sidenten- und Politikermord und weiteren ungesetzlichen Taten zu unterzeichnen.<a title=\"\" href=\"#_edn115\" name=\"_ednref115\">[115]<\/a><\/p>\n<p>Durch L\u00fcgen, Enthalten, Missinterpretation und Zensur von Information konnte Jones sicherstellen, dass seine Worte als die absolute Wahrheit gesehen werden w\u00fcrden. Er machte den Mitgliedern weis, dass sie nicht zu viel erfahren durften, da die CIA hinter ihnen her war und bekanntlich ein Wahrheitsserum im Einsatz hatte, das ihnen sofort alle relevanten Informationen entlocken w\u00fcrde. Die Regierung habe Che Guevara, Salvador Allende, John F. Kennedy, Martin Luther King und Malcolm X ermordet und w\u00fcrde nicht z\u00f6gern, auch ihn zu t\u00f6ten.<a title=\"\" href=\"#_edn116\" name=\"_ednref116\">[116]<\/a> Diese Behauptung lie\u00df er umso glaubhafter wirken, als er 1972 ein Attentat auf sich selbst inszenierte.<a title=\"\" href=\"#_edn117\" name=\"_ednref117\">[117]<\/a> Die Regierung werde die Gruppe in eigens f\u00fcr sie errichtete Konzentrationslager stecken, um sie aus dem Weg zu r\u00e4umen. Die Paranoia vor den Beh\u00f6rden verst\u00e4rkte er zum Beispiel auch dadurch, dass er die Gruppe ab einem gewissen Zeitpunkt in Geheimsprache kommunizieren lie\u00df und die Anzahl der bewaffneten Wachen rund um das Hauptgeb\u00e4ude und Kirchengel\u00e4nde erh\u00f6hen lie\u00df. Er begann, bei jedem Ausgang bewaffnete Bodyguards um sich zu haben, um sich vor feindlichen Interventionen zu sch\u00fctzen.<a title=\"\" href=\"#_edn118\" name=\"_ednref118\">[118]<\/a><\/p>\n<p>Wenn Abtr\u00fcnnige, die fast immer Schweigegeldangebote erhielten, schlecht \u00fcber den Temple sprachen, waren es &#8211; so Jones &#8211; stets L\u00fcgen, die sie erfanden, um ihr Gewissen zu beruhigen und sich zu verteidigen. Sie arbeiteten angeblich f\u00fcr die CIA und wurden von ihr daf\u00fcr bezahlt, diese Aussagen zu t\u00e4tigen. Jim ver\u00f6ffentlichte \u00fcber diese \u201eVerr\u00e4ter\u201c dann die im Vorhinein gesammelten falschen Verbrechensbezeugungen, was seinen Punkt noch mehr unterst\u00fctzte. Wenn Au\u00dfenstehende negative Aussagen jeglicher Art brachten, waren sie nicht erleuchtet, oder noch nicht auf der n\u00f6tigen Entwicklungsstufe, um Jims Entscheidungen zu verstehen. Besonders gef\u00e4hrlich waren Jones Ansicht nach besorgte Familienmitglieder, die wissen wollten, was mit ihren Angeh\u00f6rigen beim Peoples Temple passierte.<a title=\"\" href=\"#_edn119\" name=\"_ednref119\">[119]<\/a><\/p>\n<p>Um die Mitglieder sp\u00e4ter dazu zu bewegen, nach Guyana umzuziehen, verwendete er trickreich geschnittene Filme, die von paradiesischen Zust\u00e4nden berichteten. Er versprach jedem Individuum ein perfektes Leben, wie sie es sich immer gew\u00fcnscht hatten und belegte dies mit Aufnahmen. Die Filme waren nat\u00fcrlich haupts\u00e4chlich besch\u00f6nigende Darstellungen vom Leben in Jonestown.<a title=\"\" href=\"#_edn120\" name=\"_ednref120\">[120]<\/a><\/p>\n<p>Den schon in Jonestown Sesshaften teilte er dann gef\u00e4lschte Nachrichten \u00fcber den Stand in den Vereinigten Staaten mit, wie zum Beispiel \u00fcber die Anzahl der Anwesenden bei Gottesdiensten. Post, die die Bewohner erhalten sollten, wurde stark zensiert oder in den meisten F\u00e4llen gar nicht zugestellt. Es sollte ihnen das Gef\u00fchl vermittelt werden, von der Au\u00dfenwelt vergessen worden zu sein und niemanden mehr au\u00dfer dem Peoples Temple zu haben. Wenn man im Lager auch nur den kleinsten Befehl verweigerte, sich beschwerte oder einfach nur zu langsam arbeitete, wurde man in eine isolierte Gruppe gesteckt, die doppelt soviel arbeiten musste und gesondert a\u00df und schlief. Das Lager wurde \u201ezum Schutz vor Invasoren\u201c bewacht, inszenierte Belagerungen und Angriffe sorgten f\u00fcr Angespanntheit, die gespielten Siege \u00fcber diese dann wieder f\u00fcr Loyalit\u00e4t und Euphorie. Jim Jones sorgte unter anderem auch f\u00fcr den Gehorsam, indem er drohte, Nahestehenden etwas zusto\u00dfen zu lassen.<a title=\"\" href=\"#_edn121\" name=\"_ednref121\">[121]<\/a><\/p>\n<p>Durch die Unterst\u00fctzung von Politikern und ber\u00fchmten Pers\u00f6nlichkeiten wie Angela Davis oder Huey Newton konnte Jones seine vermeintliche Unschuld und guten Absichten besser an die \u00d6ffentlichkeit bringen, was unter anderem zu verz\u00f6gertem Handeln der Regierung und \u00d6ffentlichkeit f\u00fchrte.<a title=\"\" href=\"#_edn122\" name=\"_ednref122\">[122]<\/a><\/p>\n<p><strong>3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Ereignisse des 18. Novembers 1987 sind als Beispiel f\u00fcr menschliche Leichtgl\u00e4ubigkeit und Folgebereitschaft in die Geschichte eingegangen. Eine einzelne Person schaffte es, durch ihr Charisma und durch Manipulation \u00fcber 900 Menschen so sehr unter ihre Kontrolle zu bringen, dass sie ihm bis hin zum ultimativen Opfer des Massensuizids folgten. Das Sprichwort \u201eDon\u2019t drink the Kool-Aid\u201c &#8211; ein Satz, der zum Ausdruck bringen soll, dass man Autorit\u00e4ten nicht blind folgen sollte &#8211; leitet sich von den Ereignissen ab.<\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend das Ende des Peoples Temple grauenhaft und brutal war, waren die Anf\u00e4nge es ganz und gar nicht. Den Mitgliedern ging es keineswegs darum, sich einem tyrannischen System zu unterwerfen, sondern ganz im Gegenteil um Freiheit und eine bessere und gerechtere Welt. Oft haben Demagogen wie Jones Erfolg, indem sie das Schlechteste in Menschen ansprechen. Jones hatte Erfolg, weil er das Beste in Menschen ansprach: den Wunsch, etwas Gutes tun zu k\u00f6nnen. Niemand trat dem Temple bei, weil er davon materiell profitierte. Ein Mitglied schrieb:<a title=\"\" href=\"#_edn123\" name=\"_ednref123\">[123]<\/a><\/p>\n<blockquote><p>\u201eI do not want people to think we thought we were better than anyone else. Far from it, for all of us had our shortcomings. We just wanted to set an example of how people could live together in real equality and harmony.\u201d<a title=\"\" href=\"#_edn124\" name=\"_ednref124\">[124]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Gemeinsam mit Jones immer wiederholter Beteuerung, dass jedes Mittel recht sei, um dieses edle Ziel zu erreichen, f\u00fchrte jedoch gerade dieser Idealismus zu einer immer st\u00e4rkeren Isolation von der Au\u00dfenwelt, zur Akzeptanz von immer h\u00e4rteren Lebensbedingungen, die angeblich im Sinne der Erreichung der \u201eguten Sache\u201c n\u00f6tig waren \u2013 und zu einem immer autorit\u00e4rerem System, bis Widerspruch letztlich fast v\u00f6llig unm\u00f6glich geworden war. Auch gibt es eine Tendenz, entweder aus Treue, Bequemlichkeit oder zur Rechtfertigung einmal getroffener Entscheidungen auch dann nicht von einer Sache abzuspringen, wenn man sich in ihr bereits unwohl f\u00fchlt. Im Falle des Peoples Temple wurden Ver\u00e4nderungen in der Temple-F\u00fchrung den Mitgliedern so schleichend nahegebracht, dass sie im ersten Moment nicht alarmierend wirkten, die Ver\u00e4nderungen waren jeweils nur geringf\u00fcgig. Erst in der Retrospektive l\u00e4sst sich die massive Ver\u00e4nderung, die der Peoples Temple \u00fcber die Jahre durchlaufen hat, erkennen.<\/p>\n<p>Ein oft verwendetes Gleichnis illustriert dies: Wenn man einen Frosch ins hei\u00dfe Wasser wirft, springt er sofort heraus. Wenn man aber das Wasser, in dem der Frosch sitzt, graduell erhitzt, wird der Frosch nicht herausspringen, bis es zu sp\u00e4t ist.<\/p>\n<p>Deborah Layton findet am Schluss ihres Buches eine treffende Zusammenfassung f\u00fcr das mentale Gef\u00e4ngnis, das Sekten auferlegen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cUnsere Warnleuchten m\u00fcssten schon aufblinken, sobald jemand behauptet, dass sein Weg der einzig richtige sei. Wenn es untersagt ist eigene Gedanken und Fragen zu haben, und Zweifel unter Strafe gestellt werden, wenn Kontakte und Freundschaften au\u00dferhalb der Organisation zensiert werden, dann missbraucht man uns f\u00fcr einen Zweck, der die Mittel niemals rechtfertigen kann. [\u2026] Wenn man eine Lehre daraus ziehen kann, dann die, dass ein Ideal niemals durch Angst, Missbrauch und Furcht vor Bestrafung erreicht werden kann.\u201d<a title=\"\" href=\"#_edn125\" name=\"_ednref125\">[125]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten<\/strong><\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Anm.d.A.: Einschr\u00e4nkend muss gesagt werden, dass gut zwei Drittel der Opfer, die Kinder und zahlreiche Erwachsene, nicht freiwillig gestorben sind, und man deswegen durchaus von Massenmord sprechen kann.<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> Guinn, Jeff: The road to Jonestown. Jim Jones and Peoples Temple. Simon &amp; Schuster: New York, 2017<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> Junker, Stefan: Die Opfer der Seelenf\u00e4nger. In: Gehirn und Geist 20(2017) H.05, S. 30<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> Layton, Deborah: Selbstmord im Paradies. Mein Leben in der Sekte. Suhrkamp: Waldb\u00fcttelbrunn, 2008<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> Guinn, Jeff: The road to Jonestown. Jim Jones and Peoples Temple. Simon &amp; Schuster: New York, 2017<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 7 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 9 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> Vgl. Berhorst, Ralf: Jonestown-Massaker 1978: Das Grauen von Guyana. In: <a href=\"https:\/\/www.geo.de\/magazine\/geo-kompakt\/7041-rtkl-glaube-und-religion-sekten-jonestown-massaker-1978\">https:\/\/www.geo.de\/magazine\/geo-kompakt\/7041-rtkl-glaube-und-religion-sekten-jonestown-massaker-1978<\/a> (dl. 28.12.2018, 16:54 Uhr)<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> Vgl. Jim Jones. Biography. In: <a href=\"https:\/\/www.biography.com\/people\/jim-jones-10367607\">https:\/\/www.biography.com\/people\/jim-jones-10367607<\/a> (dl. 28.12.2018, 16:55 Uhr)<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 9 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> Vgl. Jim Jones. Biography. In: <a href=\"https:\/\/www.biography.com\/people\/jim-jones-10367607\">https:\/\/www.biography.com\/people\/jim-jones-10367607<\/a> (dl. 28.12.2018, 16:55 Uhr)<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 9 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 79<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 80 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 82 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> Guinn, Jeff (a.a.O.), S.93<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 84<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a> Primiano, Leonard: International Peace Mission Movement and Father Divine. In: <a href=\"https:\/\/philadelphiaencyclopedia.org\/archive\/international-peace-mission-movement-and-father-divine\/\">https:\/\/philadelphiaencyclopedia.org\/archive\/international-peace-mission-movement-and-father-divine\/<\/a> (dl. 03.10.2019, 12:05)<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 85 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 93 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 97 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 92 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[23]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 109 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[24]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 122 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">[25]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 126 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\">[26]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 133 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\">[27]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 142 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref28\" name=\"_edn28\">[28]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 79<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref29\" name=\"_edn29\">[29]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 146 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref30\" name=\"_edn30\">[30]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 148 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref31\" name=\"_edn31\">[31]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 152 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref32\" name=\"_edn32\">[32]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 158 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref33\" name=\"_edn33\">[33]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 181 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref34\" name=\"_edn34\">[34]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 160<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref35\" name=\"_edn35\">[35]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 176 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref36\" name=\"_edn36\">[36]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 191 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref37\" name=\"_edn37\">[37]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S.123<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref38\" name=\"_edn38\">[38]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 191 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref39\" name=\"_edn39\">[39]<\/a> Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 195<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref40\" name=\"_edn40\">[40]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 185 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref41\" name=\"_edn41\">[41]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 83 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref42\" name=\"_edn42\">[42]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 186 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref43\" name=\"_edn43\">[43]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 87 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref44\" name=\"_edn44\">[44]<\/a>Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 265 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref45\" name=\"_edn45\">[45]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 279 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref46\" name=\"_edn46\">[46]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 331 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref47\" name=\"_edn47\">[47]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 291 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref48\" name=\"_edn48\">[48]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 295 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref49\" name=\"_edn49\">[49]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 353 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref50\" name=\"_edn50\">[50]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 354 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref51\" name=\"_edn51\">[51]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 347 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref52\" name=\"_edn52\">[52]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 378 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref53\" name=\"_edn53\">[53]<\/a> Roller, Edith: White Night<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref54\" name=\"_edn54\">[54]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 385 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref55\" name=\"_edn55\">[55]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 394 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref56\" name=\"_edn56\">[56]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 415 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref57\" name=\"_edn57\">[57]<\/a> Berthillier, Catherine\/ Wolochatiuk, Tim: La folie meurtri\u00e8re d\u2019un gourou. In: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mhARVl4GTvE&amp;t=1040s\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mhARVl4GTvE&amp;t=1040s<\/a> (dl 12.01.2019, 19:34 Uhr)<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref58\" name=\"_edn58\">[58]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 423 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref59\" name=\"_edn59\">[59]<\/a> Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 435<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref60\" name=\"_edn60\">[60]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 435<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref61\" name=\"_edn61\">[61]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 436 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref62\" name=\"_edn62\">[62]<\/a> Vgl. Buchner, Priska: Das Jonestown Massaker. Das Protokoll der letzten Rede von Reverend Jim Jones. Bohmeier Verlag: L\u00fcbeck, 1995, S.5<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref63\" name=\"_edn63\">[63]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 439 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref64\" name=\"_edn64\">[64]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 440 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref65\" name=\"_edn65\">[65]<\/a> Buchner, Priska (a.a.O.), S.24<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref66\" name=\"_edn66\">[66]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 440 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref67\" name=\"_edn67\">[67]<\/a> Anmerkung: Es handelte sich dabei um Sharon Amos und deren drei Kinder, denen sie mit einem Messer die Kehle durchtrennte, bevor sie sich selbst t\u00f6tete. Amos, die in Georgetown die Temple-Gesch\u00e4fte leitete, galt als eine der fanatischsten Anh\u00e4ngerinnen von Jim Jones. Sie war die einzige Person au\u00dferhalb Jonestowns, die dem T\u00f6tungsbefehl Folge leistete.<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref68\" name=\"_edn68\">[68]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 451 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref69\" name=\"_edn69\">[69]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 456 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref70\" name=\"_edn70\">[70]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 457 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref71\" name=\"_edn71\">[71]<\/a> McGehee, Fielding: The Court\u2019s Wrapping-up of Peoples Temple Affairs. In: <a href=\"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/?page_id=13665\">https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/?page_id=13665<\/a> (dl 13.01. 2019, 14.40 Uhr)<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref72\" name=\"_edn72\">[72]<\/a> In: <a href=\"http:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Sekte\">www.duden.de\/rechtschreibung\/Sekte<\/a> (dl 30.07.2018, 21:42 Uhr)<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref73\" name=\"_edn73\">[73]<\/a> In: <a href=\"http:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Sekte\">www.duden.de\/rechtschreibung\/Sekte<\/a> (dl 30.07.2018, 21:42Uhr)<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref74\" name=\"_edn74\">[74]<\/a> Vgl. Junker, Stefan: Die Opfer der Seelenf\u00e4nger. In: Gehirn und Geist 20(2017) H.05, S. 30<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref75\" name=\"_edn75\">[75]<\/a> Vgl. Junker, Stefan (a.a.O.), S. 28<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref76\" name=\"_edn76\">[76]<\/a> Vgl. Junker, Stefan (a.a.O.), S. 29<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref77\" name=\"_edn77\">[77]<\/a> Junker, Stefan (a.a.O.), S. 29<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref78\" name=\"_edn78\">[78]<\/a> Anmerkung des Autors: Boko Haram ist eine islamistische terroristische Gruppierung, die sich f\u00fcr die Einf\u00fchrung der Scharia in ganz Nigeria und dem Verbot westlicher Bildung einsetzt.<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref79\" name=\"_edn79\">[79]<\/a> A. d. A.: Lev Tahor ist eine j\u00fcdische Haredi Gruppe, die einer sehr strengen Auslegung des Judentums folgt.<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref80\" name=\"_edn80\">[80]<\/a> Vgl. Junker, Stefan (a.a.O.), S.29<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref81\" name=\"_edn81\">[81]<\/a> Junker, Stefan (a.a.O.), S. 29<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref82\" name=\"_edn82\">[82]<\/a> Vgl. Junker, Stefan (a.a.O.), S.29<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref83\" name=\"_edn83\">[83]<\/a> Junker, Stefan (a.a.O.), S. 29<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref84\" name=\"_edn84\">[84]<\/a> A. d. A.: Universelles Leben z\u00e4hlt zu einer der gr\u00f6\u00dften Sekten Deutschlands und lehrt eine neue, sehr esoterisch ausgelegte Interpretation der Bibel.<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref85\" name=\"_edn85\">[85]<\/a> Vgl. Junker, Stefan (a.a.O.), S.29<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref86\" name=\"_edn86\">[86]<\/a> A. d. A.: Rotes Forum ist aus der 68 Bewegung hervorgegangen und lehrt in der Theorie eine Art Marxismus, praktiziert aber im Endeffekt einen Widerstand gegen alles Etablierte.<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref87\" name=\"_edn87\">[87]<\/a> Vgl. Junker, Stefan (a.a.O.), S.29<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref88\" name=\"_edn88\">[88]<\/a> A. d. A.: Landmark Education Worldwide bietet psychologische Kurse an, um sein Sein zu entdecken, und um, in Form eines Sokratischen Dialogs, seine Lebensumst\u00e4nde effizienter n\u00fctzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref89\" name=\"_edn89\">[89]<\/a> Vgl. Junker, Stefan (a.a.O.), S.29<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref90\" name=\"_edn90\">[90]<\/a> Junker, Stefan (a.a.O.), S. 29<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref91\" name=\"_edn91\">[91]<\/a> A. d. A.: Im Kardecismus wird eine pseudomedizinische-esoterische Ansicht gelehrt, dass K\u00f6rper und Geist durch ein Band verbunden sind, dass man mit anderen Menschen mittels diesem Band kommunizieren kann und dass es ein Leben nach dem Tod gibt.<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref92\" name=\"_edn92\">[92]<\/a> Junker, Stefan (a.a.O.), S. 29<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref93\" name=\"_edn93\">[93]<\/a> Vgl. Junker, Stefan (a.a.O.), S.29<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref94\" name=\"_edn94\">[94]<\/a> Vgl. Buchner, Priska (a.a.O.), S.3<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref95\" name=\"_edn95\">[95]<\/a> Junker, Stefan (a.a.O.), S. 28 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref96\" name=\"_edn96\">[96]<\/a> Vgl. Junker, Stefan (a.a.O.), S. 31<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref97\" name=\"_edn97\">[97]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 17 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref98\" name=\"_edn98\">[98]<\/a> Layton, Deborah (a.a.O.), S.73<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref99\" name=\"_edn99\">[99]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 60 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref100\" name=\"_edn100\">[100]<\/a> Vgl. Schmid, Georg: Sekten. Definition- Strukturen- Hilfe- Pr\u00e4vention. In: <a href=\"http:\/\/www.relinfo.ch\/sekten\/beitritt.html\">www.relinfo.ch\/sekten\/beitritt.html<\/a> (dl 13.08.2018, 13:02 Uhr)<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref101\" name=\"_edn101\">[101]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 55 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref102\" name=\"_edn102\">[102]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 59 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref103\" name=\"_edn103\">[103]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 79 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref104\" name=\"_edn104\">[104]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 75 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref105\" name=\"_edn105\">[105]<\/a> Layton, Deborah (a.a.O.), S.59<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref106\" name=\"_edn106\">[106]<\/a> Layton, Deborah (a.a.O.), S.60<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref107\" name=\"_edn107\">[107]<\/a> Layton, Deborah (a.a.O.), S.12<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref108\" name=\"_edn108\">[108]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S.7 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref109\" name=\"_edn109\">[109]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S.75 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref110\" name=\"_edn110\">[110]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 225<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref111\" name=\"_edn111\">[111]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S.75 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref112\" name=\"_edn112\">[112]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S.7 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref113\" name=\"_edn113\">[113]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S.75 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref114\" name=\"_edn114\">[114]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 285<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref115\" name=\"_edn115\">[115]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S.75 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref116\" name=\"_edn116\">[116]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S.121 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref117\" name=\"_edn117\">[117]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 156<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref118\" name=\"_edn118\">[118]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S.121 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref119\" name=\"_edn1119\">[119]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 123 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref120\" name=\"_edn120\">[120]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 140 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref121\" name=\"_edn121\">[121]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 200 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref122\" name=\"_edn122\">[122]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 170<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref123\" name=\"_edn123\">[123]<\/a> Vgl. Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 23 ff<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref124\" name=\"_edn124\">[124]<\/a> Guinn, Jeff (a.a.O.), S. 468<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref125\" name=\"_edn125\">[125]<\/a> Vgl. Layton, Deborah (a.a.O.), S. 399ff<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Autorin:\u00a0Marie Eisenburger, geboren 2001, lebt in Wien. Der vorliegende Aufsatz entstand als sogenannte \u201eVorwissenschaftliche Arbeit\u201c im Rahmen der Ablegung ihrer Reifepr\u00fcfung im Jahr 2019, am Gymnasium Wenzgasse, 1130 Wien. Marie ist w\u00e4hrend eines Auslandssemesters in Kanada auf das hier behandelte Thema gesto\u00dfen und war insbesondere von der Manipulationskraft Jim Jones\u2018 gegen\u00fcber der von ihm [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":92999,"menu_order":14,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"class_list":["post-98935","page","type-page","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/98935","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=98935"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/98935\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":98947,"href":"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/98935\/revisions\/98947"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/92999"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/jonestown.sdsu.edu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=98935"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}